
Am 14. April 2025 sank vor der Küste von São Nicolau das 1979 in Kiel gebaute RoRo–Küstenschiff Nhô Padre Benjamim. Es war das einzige auf den Kapverden, das große Baumaschinen zwischen den Inseln transportieren konnte. Jetzt wurde der Abschlußbericht der Untersuchungskommission vorgelegt.
Das Schiff war nicht überladen. Es konnte eine Zuladung von 4000 Tonnen aufnehmen und war mit einer Ladung von weniger als 2000 Tonnen unterwegs, hauptsächlich Kies und schwere Baumaschinen. Allerdings war die Ladung nicht ausgewogen verteilt und das Heck lag schon beim Auslaufen 1,2 Meter tiefer als der Bug. Die Heckrampe befand sich bei Beginn der Fahrt praktisch auf Wasserhöhe. Der Kapitän schätzte die Situation aber als beherrschbar ein und entschied sich für ein Auslaufen. Während der Fahrt drang Wasser durch die nicht abgedichtete Heckklappe ein und verschärfte die Situation trotz laufender Pumpen. Das Wasser flutete den Laderaum und drang auch in den Maschinenraum ein. Ausserdem mussten die Pumpen nach einiger Zeit vorübergehend abgeschaltet werden, um die Abflüsse zu reinigen, was den Wassereinbruch weiter beschleunigte.
Der Kapitän versuchte noch, das Schiff an der Küste von São Nicolau kontrolliert auf Grund zu setzen, die Entfernung war jedoch zu groß. Um 15:00 Uhr wurde die Besatzung evakuiert und um 15:45 sank die Nhô Padre Benjamim.
Personen kamen nicht zu Schaden, aber einige große Bauprojekte verzögerten sich erheblich, da sie auf die Transportkapazität des Schiffes angewiesen waren.
Der Bericht sieht die Ursachen der Katastrophe in einem unzulänglichen Ladeplan, der mangelnden Dichtigkeit der Heckklappe, Fehleinschätzungen des Kapitäns und Kommunikationsproblemen beim Notfallmanagement. Außerdem wird die Rolle der Aufsichtsbehörden kritisiert. Diese haben die Fahrt bereits zwei Tage vor Abfahrt nach Aktenlage freigegeben und die tatsächliche Situation bei Abfahrt nicht begutachtet. Auch seien gesetzlich vorgeschriebene Zertifikate ohne erneute Inspektion vor Ort verlängert worden.

















