Präsidentschaftswahlen 2026

Der Staatspräsident der Kapverden wird alle fünf Jahre direkt vom Volk gewählt. Am 15. November 2026 ist es wieder soweit.

Das politische Gewicht des Staatspräsidenten auf den Kapverden geht weit über das des Bundespräsidenten in Deutschland hinaus.

Der Staatspräsident der Kapverden ist in die Gestaltung der aktuellen Politik direkt eingebunden und teilt sich die exekutive Verantwortung mit dem Premierminister. Er gestaltet die Außenpolitik mit und hat als Oberbefehlshaber der Streitkräfte aktiven Einfluss auf sie. Orientiert am Wahlergebnis der Nationalversammlung, ernennt er den Premierminister sowie die weiteren Regierungsmitglieder.

Der Präsident hat das Recht, ein Veto gegen Gesetzesvorhaben einzulegen oder Gesetze vorab vom Verfassungsgericht auf ihre Rechtmäßigkeit prüfen zu lassen. Unter bestimmten verfassungsrechtlichen Bedingungen kann er das Parlament auflösen. Seine Kompetenzen sind vergleichbar mit denen des französischen Staatspräsidenten, derzeit Manuel Macron.

Heute, am 29.10.26 beginnt der 15-tägige Wahlkampf mit den Auftaktveranstaltungen der 6 Kandidaten. Der Amtsinhaber José Maria Neves, der bereits von 2001 bis 2016 Premierminister war, stellt sich zur Wiederwahl. Daneben hat Joana Rosa, die bereits Justizministerin war, als einzige Frau ihre Kandidatur eingereicht, genauso wie Casimiro Pina, der seine Kandidatur der Diaspora in den USA vorstellen und dort auch Wahlkampf machen wird.

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Garnelen im Schneckentempo

Vor zwei Jahren empfahl die Weltbank den Kap Verden, mehr Gebiete mit Potenzial für die Entwicklung von Aquakultur auszuweisen – eine Maßnahme, die als Lösung für die Entwicklung der maritimen Wirtschaft des Landes angesehen wurde. Aguakultur gibt es bereits seit 8 Jahren auf den Inseln São Vicente und Sal, sie fristet aber noch immer ein wirtschaftliches Nischendasein.

Es handelt sich bei Aguakulturen um künstliche, mit Meerwasser geflutete Seen, in denen hauptsächlich Garnelen, aber auch andere Meerestiere gezüchtet werden.

Insbesondere Garnelen haben einen hohen gastronomischen Wert und durch Aguakultur sind die Produzenten unabhängig von den Unwägbarkeite des Meeres und können Lieferungen punktgenau einhalten.

Außerdem verringert man so den Druck auf die Wildfischbestände und schlägt eine Brücke zwischen Naturschutz und nachhaltigem Wirtschaftswachstum.

Investoren stehen für ein dynamisches Wachstum dieses Wirtschaftssektors bereit, aber die öffentliche Verwaltung bremst mit einem viel langsameren Tempo.

Aktuell liegt die Produktion bei etwa 50 Tonnen pro Jahr. Das deckt noch nicht einmal den nationalen Bedarf und die internationale Nachfrage ist enorm. Ein Vielfaches der Absatzmenge wäre möglich und die Gegebenheiten auf den Kapverden bieten dafür eigentlich beste Voraussetzungen.

Langfristig liegt das wahre Potenzial der Produktion allerdings in der Nutzung des Meeres. Die Bedingungen, die einige Inseln für die Zucht in Meereskäfigen bieten, sind ideal und könnten einen außerordentlichen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung Kap Verdes leisten.

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Das Immobilienproblem

Einwohner von Nova Sintra auf der Insel Brava warnen vor dem desolaten Zustand mehrerer verlassener Gebäude und weisen darauf hin, dass Einsturzgefahr und dadurch eine Bedrohung der öffentlichen Sicherheit bestünde.

Zudem trügen diese Häuser zur Verschlechterung des Stadtbildes bei und stellten eine Gefahr für die Hygiene des Ortes dar, wenn sie als öffentliche Toiletten genutzt würden.

Der Bürgermeister von Nova Sintra erklärte dazu, dass die örtliche Behörde versucht habe, die Eigentümer der Gebäude zu ermitteln und sie aufzufordern, notwendige Reparaturen und Sicherungsmaßnahmen durchzuführen. Er wies jedoch darauf hin, dass man hier auf große Probleme stoße, da viele Immobilien Erbengemeinschaften gehörten, nicht alle Eigentümer zu ermitteln seien und oft unterschiedliche Ansichten über den Umgang mit dem betreffenden Gebäude bestünden.

Der Bürgermeister erläuterte weiter, dass die Verwaltung einen dialogbasierten Ansatz verfolge, um Konflikte möglichst zu vermeiden. Bei einer akuten Gefährdungslage könnten die Behörden aber sofort eingreifen.

Diese Problematik besteht in ähnlicher Weise auf allen Inseln. Verlassene Immobilien haben oft einen geringen Wert und durch Vererbung eine Vielzahl von zum Teil unbekannten Eigentümern, die häufig schon vor Jahrzehnten ausgewandert sind und kein Interesse mehr an ihrem Besitz haben.

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Zuviel ist zuviel

Die größte kapverdische Versicherungs-gesellschaft Garantia hat mitgeteilt, dass Schäden, die entstehen, wenn Transportfahrzeuge von mehr Personen genutzt werden als rechtlich zulässig ist, vom Versicherungsschutz ausgeschlossen werden können.  Dabei seien Überbelegung und fehlende Sicherheitsgurte häufig Ursache schwerer Verkehrsunfälle mit Personenschäden.

Ein Vertreter von Garantia erklärte, dass dieses Verhalten der Fahrer und Passagiere rechtswidrig sei und in diesen Fällen keine rechtliche Verpflichtung zur Übernahme von Kosten bestehe, auch wenn ein gültiger Versicherungsvertrag vorliege.

Wenn die Gesellschaft in Einzelfällen doch für entstandene Personenschäden aufkomme, sei dies eine freiwillige Kulanzleistung.

Im Jahr 2025 beliefen sich die regulierten Bruttoschadenkosten der Gesellschaft auf rund 1,26 Milliarden Escudos (11,4 Mio Euro). Das waren 45,6 % mehr als im Jahr 2024. Dabei entfiel die Hälfte dieses Betrages auf den Automobilsektor.

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Trauerbegleitung

Einen Monat nach dem dramatischen Verkehrsunfall auf der Insel Fogo sind acht Personen weiterhin mit einer „roten Flagge“ gekennzeichnet, so der klinische Psychologe Olivar Ribeiro. Anfänglich hatte das Interventionsteam 30 der betroffenen Familien bzw. Personen mit einer roten Flagge versehen.

Mit einer „Roten Flagge“ werden die Menschen gekennzeichnet, deren psychosoziale Betreuung oberste Priorität hat, weil ihnen die Verarbeitung der Todesfälle vom 6. September große Probleme bereitet.

Am 6. September waren 25 Menschen bei dem folgenschwersten Busunfall auf den Kapverden ums Leben gekommen.

Die „Rote Flagge“ erhalten Personen, die intensive klinische und psychotherapeutische Unterstützung benötigen, um die Trauer über verstorbene Angehörige zu bewältigen. Sie werden je nach Bedarf, aber mindestens drei Mal wöchentlich aufgesucht

Olivar Ribeiro hob hervor, dass die Reduzierung auf acht Personen mit einer roten Flagge den Fortschritt verdeutlicht, der in den ersten 30 Tagen der Intervention erzielt wurde. Ein besonderes Vorgehen des Teams ist erforderlich, wenn gleich mehrere Angehörige einer Person bei diesem Unfall ums Leben gekommen sind und es Anzeichen einer posttraumatischen Belastungsstörung gibt. Angestrebt ist eine schrittweise Reduzierung der Betreuung, damit die Betroffenen allmählich zu ihren gewohnten Abläufen zurückkehren können.

Unter der Aufsicht des Ministeriums für Familienangelegenheiten soll das Krisenbüro voraussichtlich ein Jahr lang operativ tätig bleiben, um die Entwicklung der Familien zu beobachten und gegebenenfalls erneut eingreifen zu können.

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