Garnelen im Schneckentempo

Vor zwei Jahren empfahl die Weltbank den Kap Verden, mehr Gebiete mit Potenzial für die Entwicklung von Aquakultur auszuweisen – eine Maßnahme, die als Lösung für die Entwicklung der maritimen Wirtschaft des Landes angesehen wurde. Aguakultur gibt es bereits seit 8 Jahren auf den Inseln São Vicente und Sal, sie fristet aber noch immer ein wirtschaftliches Nischendasein.

Es handelt sich bei Aguakulturen um künstliche, mit Meerwasser geflutete Seen, in denen hauptsächlich Garnelen, aber auch andere Meerestiere gezüchtet werden.

Insbesondere Garnelen haben einen hohen gastronomischen Wert und durch Aguakultur sind die Produzenten unabhängig von den Unwägbarkeite des Meeres und können Lieferungen punktgenau einhalten.

Außerdem verringert man so den Druck auf die Wildfischbestände und schlägt eine Brücke zwischen Naturschutz und nachhaltigem Wirtschaftswachstum.

Investoren stehen für ein dynamisches Wachstum dieses Wirtschaftssektors bereit, aber die öffentliche Verwaltung bremst mit einem viel langsameren Tempo.

Aktuell liegt die Produktion bei etwa 50 Tonnen pro Jahr. Das deckt noch nicht einmal den nationalen Bedarf und die internationale Nachfrage ist enorm. Ein Vielfaches der Absatzmenge wäre möglich und die Gegebenheiten auf den Kapverden bieten dafür eigentlich beste Voraussetzungen.

Langfristig liegt das wahre Potenzial der Produktion allerdings in der Nutzung des Meeres. Die Bedingungen, die einige Inseln für die Zucht in Meereskäfigen bieten, sind ideal und könnten einen außerordentlichen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung Kap Verdes leisten.

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Das Immobilienproblem

Einwohner von Nova Sintra auf der Insel Brava warnen vor dem desolaten Zustand mehrerer verlassener Gebäude und weisen darauf hin, dass Einsturzgefahr und dadurch eine Bedrohung der öffentlichen Sicherheit bestünde.

Zudem trügen diese Häuser zur Verschlechterung des Stadtbildes bei und stellten eine Gefahr für die Hygiene des Ortes dar, wenn sie als öffentliche Toiletten genutzt würden.

Der Bürgermeister von Nova Sintra erklärte dazu, dass die örtliche Behörde versucht habe, die Eigentümer der Gebäude zu ermitteln und sie aufzufordern, notwendige Reparaturen und Sicherungsmaßnahmen durchzuführen. Er wies jedoch darauf hin, dass man hier auf große Probleme stoße, da viele Immobilien Erbengemeinschaften gehörten, nicht alle Eigentümer zu ermitteln seien und oft unterschiedliche Ansichten über den Umgang mit dem betreffenden Gebäude bestünden.

Der Bürgermeister erläuterte weiter, dass die Verwaltung einen dialogbasierten Ansatz verfolge, um Konflikte möglichst zu vermeiden. Bei einer akuten Gefährdungslage könnten die Behörden aber sofort eingreifen.

Diese Problematik besteht in ähnlicher Weise auf allen Inseln. Verlassene Immobilien haben oft einen geringen Wert und durch Vererbung eine Vielzahl von zum Teil unbekannten Eigentümern, die häufig schon vor Jahrzehnten ausgewandert sind und kein Interesse mehr an ihrem Besitz haben.

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Zuviel ist zuviel

Die größte kapverdische Versicherungs-gesellschaft Garantia hat mitgeteilt, dass Schäden, die entstehen, wenn Transportfahrzeuge von mehr Personen genutzt werden als rechtlich zulässig ist, vom Versicherungsschutz ausgeschlossen werden können.  Dabei seien Überbelegung und fehlende Sicherheitsgurte häufig Ursache schwerer Verkehrsunfälle mit Personenschäden.

Ein Vertreter von Garantia erklärte, dass dieses Verhalten der Fahrer und Passagiere rechtswidrig sei und in diesen Fällen keine rechtliche Verpflichtung zur Übernahme von Kosten bestehe, auch wenn ein gültiger Versicherungsvertrag vorliege.

Wenn die Gesellschaft in Einzelfällen doch für entstandene Personenschäden aufkomme, sei dies eine freiwillige Kulanzleistung.

Im Jahr 2025 beliefen sich die regulierten Bruttoschadenkosten der Gesellschaft auf rund 1,26 Milliarden Escudos (11,4 Mio Euro). Das waren 45,6 % mehr als im Jahr 2024. Dabei entfiel die Hälfte dieses Betrages auf den Automobilsektor.

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Trauerbegleitung

Einen Monat nach dem dramatischen Verkehrsunfall auf der Insel Fogo sind acht Personen weiterhin mit einer „roten Flagge“ gekennzeichnet, so der klinische Psychologe Olivar Ribeiro. Anfänglich hatte das Interventionsteam 30 der betroffenen Familien bzw. Personen mit einer roten Flagge versehen.

Mit einer „Roten Flagge“ werden die Menschen gekennzeichnet, deren psychosoziale Betreuung oberste Priorität hat, weil ihnen die Verarbeitung der Todesfälle vom 6. September große Probleme bereitet.

Am 6. September waren 25 Menschen bei dem folgenschwersten Busunfall auf den Kapverden ums Leben gekommen.

Die „Rote Flagge“ erhalten Personen, die intensive klinische und psychotherapeutische Unterstützung benötigen, um die Trauer über verstorbene Angehörige zu bewältigen. Sie werden je nach Bedarf, aber mindestens drei Mal wöchentlich aufgesucht

Olivar Ribeiro hob hervor, dass die Reduzierung auf acht Personen mit einer roten Flagge den Fortschritt verdeutlicht, der in den ersten 30 Tagen der Intervention erzielt wurde. Ein besonderes Vorgehen des Teams ist erforderlich, wenn gleich mehrere Angehörige einer Person bei diesem Unfall ums Leben gekommen sind und es Anzeichen einer posttraumatischen Belastungsstörung gibt. Angestrebt ist eine schrittweise Reduzierung der Betreuung, damit die Betroffenen allmählich zu ihren gewohnten Abläufen zurückkehren können.

Unter der Aufsicht des Ministeriums für Familienangelegenheiten soll das Krisenbüro voraussichtlich ein Jahr lang operativ tätig bleiben, um die Entwicklung der Familien zu beobachten und gegebenenfalls erneut eingreifen zu können.

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Nach Fogo an einem Tag

Der Bürgermeister von Sao Filipe, Nuias Silva, schlägt die Einrichtung einer Flugverbindung zwischen Sal und Fogo vor, um den Tourismus und die Verbindungen zur Diaspora in den USA zu stärken.

Die Insel Sal wird von Providence/USA direkt angeflogen und ein Weiterflug nach Fogo am gleichen Tag würde die Insel für Emigranten erreichbar machen, ohne dass diese eine zusätzliche Nacht auf einer anderen Insel verbringen müssten. Das würde vielen die Entscheidung erleichtern, die Insel Fogo für einen Kurzaufenthalt zu besuchen, um den spektakulären Vulkan und andere Besonderheiten der Insel kennenzulernen oder Verwandte zu besuchen.

Gleiches gilt für Touristen aus Europa, die die Insel Fogo oft aus ihren Reiseplänen streichen, weil der Weg dorthin aktuell umständlich ist und einen Zwischenstopp auf der Insel Santiago erfordert.

Nuías Silva sieht für eine wöchentliche Verbindung Sal – Fogo ausreichend Nachfrage mit dem Potential einer zukünftigen Erhöhung der Flugfrequenz. Außerdem würde eine direkte Anbindung Fogos an den Tourismushotspot Sal den Warenverkehr dorthin vereinfachen und die Wirtschaft beider Inseln stärken.

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