Zuviel ist zuviel

Die größte kapverdische Versicherungs-gesellschaft Garantia hat mitgeteilt, dass Schäden, die entstehen, wenn Transportfahrzeuge von mehr Personen genutzt werden als rechtlich zulässig ist, vom Versicherungsschutz ausgeschlossen werden können.  Dabei seien Überbelegung und fehlende Sicherheitsgurte häufig Ursache schwerer Verkehrsunfälle mit Personenschäden.

Ein Vertreter von Garantia erklärte, dass dieses Verhalten der Fahrer und Passagiere rechtswidrig sei und in diesen Fällen keine rechtliche Verpflichtung zur Übernahme von Kosten bestehe, auch wenn ein gültiger Versicherungsvertrag vorliege.

Wenn die Gesellschaft in Einzelfällen doch für entstandene Personenschäden aufkomme, sei dies eine freiwillige Kulanzleistung.

Im Jahr 2025 beliefen sich die regulierten Bruttoschadenkosten der Gesellschaft auf rund 1,26 Milliarden Escudos (11,4 Mio Euro). Das waren 45,6 % mehr als im Jahr 2024. Dabei entfiel die Hälfte dieses Betrages auf den Automobilsektor.

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Trauerbegleitung

Einen Monat nach dem dramatischen Verkehrsunfall auf der Insel Fogo sind acht Personen weiterhin mit einer „roten Flagge“ gekennzeichnet, so der klinische Psychologe Olivar Ribeiro. Anfänglich hatte das Interventionsteam 30 der betroffenen Familien bzw. Personen mit einer roten Flagge versehen.

Mit einer „Roten Flagge“ werden die Menschen gekennzeichnet, deren psychosoziale Betreuung oberste Priorität hat, weil ihnen die Verarbeitung der Todesfälle vom 6. September große Probleme bereitet.

Am 6. September waren 25 Menschen bei dem folgenschwersten Busunfall auf den Kapverden ums Leben gekommen.

Die „Rote Flagge“ erhalten Personen, die intensive klinische und psychotherapeutische Unterstützung benötigen, um die Trauer über verstorbene Angehörige zu bewältigen. Sie werden je nach Bedarf, aber mindestens drei Mal wöchentlich aufgesucht

Olivar Ribeiro hob hervor, dass die Reduzierung auf acht Personen mit einer roten Flagge den Fortschritt verdeutlicht, der in den ersten 30 Tagen der Intervention erzielt wurde. Ein besonderes Vorgehen des Teams ist erforderlich, wenn gleich mehrere Angehörige einer Person bei diesem Unfall ums Leben gekommen sind und es Anzeichen einer posttraumatischen Belastungsstörung gibt. Angestrebt ist eine schrittweise Reduzierung der Betreuung, damit die Betroffenen allmählich zu ihren gewohnten Abläufen zurückkehren können.

Unter der Aufsicht des Ministeriums für Familienangelegenheiten soll das Krisenbüro voraussichtlich ein Jahr lang operativ tätig bleiben, um die Entwicklung der Familien zu beobachten und gegebenenfalls erneut eingreifen zu können.

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Nach Fogo an einem Tag

Der Bürgermeister von Sao Filipe, Nuias Silva, schlägt die Einrichtung einer Flugverbindung zwischen Sal und Fogo vor, um den Tourismus und die Verbindungen zur Diaspora in den USA zu stärken.

Die Insel Sal wird von Providence/USA direkt angeflogen und ein Weiterflug nach Fogo am gleichen Tag würde die Insel für Emigranten erreichbar machen, ohne dass diese eine zusätzliche Nacht auf einer anderen Insel verbringen müssten. Das würde vielen die Entscheidung erleichtern, die Insel Fogo für einen Kurzaufenthalt zu besuchen, um den spektakulären Vulkan und andere Besonderheiten der Insel kennenzulernen oder Verwandte zu besuchen.

Gleiches gilt für Touristen aus Europa, die die Insel Fogo oft aus ihren Reiseplänen streichen, weil der Weg dorthin aktuell umständlich ist und einen Zwischenstopp auf der Insel Santiago erfordert.

Nuías Silva sieht für eine wöchentliche Verbindung Sal – Fogo ausreichend Nachfrage mit dem Potential einer zukünftigen Erhöhung der Flugfrequenz. Außerdem würde eine direkte Anbindung Fogos an den Tourismushotspot Sal den Warenverkehr dorthin vereinfachen und die Wirtschaft beider Inseln stärken.

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Gonzalo wütet

Tropensturm Gonzalo hat die Kapverden erreicht und in den letzten Stunden an Stärke gewonnen. Sein Zentrum liegt am Freitag direkt über den Inseln, für die landesweit eine Tropensturmwarnung gilt. Vorsorglich wurde der Unterricht an allen Schulen des Landes für den Freitag abgesagt.

Der Sturm zieht in nordnordwestlicher Richtung mit Windgeschwindigkeiten von rund 80 Kilometern pro Stunde und Böen von bis zu 90 Kilometern pro Stunde. Die höchsten Windgeschwindigkeiten werden für die Inseln Sal und Boa Vista erwartet.

Das nationale meteorologische Institut INMG warnt vor Wellen aus Nord bis Nordost zwischen drei und 4,5 Metern Höhe, wobei auf den Inseln Sal und Boa Vista Spitzenwerte von fünf bis sechs Metern erreicht werden können.

Sturm Gonzalo wird voraussichtlich am Freitag und Samstag im Osten des Landes zwischen 30 und 75 Millimeter Regen bringen, während im Westen und Süden mit weniger als 25 Millimetern zu rechnen ist. Intensiver Starkregen hat in den Zentren von Santa Maria und Espargos auf der Insel Sal bereits Straßen komplett unter Wasser gesetzt und teilweise unpassierbar gemacht.

Durch die starke Dünung drang Meerwasser in mehrere Strandhotels in der Tourismuszone von Santa Maria ein. Promenaden und Strandabschnitte wurden überspült und teilweise beschädigt. Vereinzelt kommt es zu Stromausfällen sowie Störungen im Mobilfunknetz. Mit Beeinträchtigungen des See- und Luftverkehrs ist zu rechnen.

Die Sturmwetterlage soll noch das gesamte Wochenende anhalten, dann wird eine Abschwächung erwartet. Mit kräftigen Niederschlägen ist dagegen auch noch in der kommenden Woche zu rechnen.

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Fogo ohne Strom und Wasser

Die drei Gemeinden der Insel Fogo werden vom Kraftwerk São Filipe versorgt, wo gerade Wartungsarbeiten am zweiten Generator durchgeführt werden. Das zuständige Unternehmen hatte angekündigt, dass es zu „gelegentlichen Störungen oder Unannehmlichkeiten durch partielle Stromausfälle im Stromnetz der Insel“ kommen könne.

Tatsächlich kommt es seit mehreren Tagen zu anhaltenden Stromausfällen, die in einigen Fällen 17 bis 24 Stunden andauern. Entsprechende Warnungen gab es nicht.

Die Häufigkeit und Dauer der Stromausfälle haben bei den Einwohnern der drei Gemeinden Empörung ausgelöst, da insbesondere verderbliche Lebensmittel bei Außentemperaturen von 30° C nicht mehr gekühlt oder eingefroren werden können und entsorgt werden müssen.

Die Stromausfälle wirken sich auch auf die Wasserversorgung aus, da der Betrieb mehrerer Pumpstationen und Systeme von der Stromversorgung abhängt. In São Filipe und anderen Gemeinden gibt es Stadtteile und Ortschaften, die seit dem 19. September ohne Wasser sind, und bisher gibt es keine Prognose für die Normalisierung der Wasserversorgung.

Es bleibt weiterhin ungewiss, wann die Stromversorgung wiederhergestellt sein wird und das System wieder normal funktionieren kann, was sich auch auf die Wiederaufnahme der regulären Wasserversorgung auswirkt.

Bis heute hat das zuständige Unternehmen keine neuen Informationen über die weitere Entwicklung der Situation veröffentlicht.

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