Größer als gedacht

Die UN-Generalversammlung hat am 4. September eine Resolution angenommen, mit der die traditionelle Mercator-Weltkarte formell abgeschafft und durch eine Karte auf Basis der Equal-Earth-Projektion ersetzt werden soll, die die Größe Afrikas realistischer darstellt.

Aufgrund der seit 1569 genutzten Mercator-Projektion erscheinen Regionen in der Nähe des Äquators deutlich kleiner als sie tatsächlich sind, während Gebiete in höheren Breitengraden viel größer wirken.

UN-Resolutionen sind nicht bindend, aber dies könnte zu einer Aktualisierung von Schulbüchern und Internetplattformen führen, auf denen die Weltkarte abgebildet wird, und so die Wahrnehmung der Größe Afrikas verändern.

Die Mercator-Projektion ist winkeltreu und deshalb für die Navigation besonders gut geeignet, die Equal-Earth-Projektion dagegen gibt die Flächen der Kontinente maßstabsgetreu wieder. Bei der Mercator-Projektion wirken Regionen in Äquatornähe deutlich kleiner, als sie in der Realität sind. Dadurch erscheint Afrika ähnlich groß wie Grönland, obwohl es tatsächlich 14-mal größer ist.

Die Resolution wurde mit deutlicher Mehrheit angenommen. Sechs Staaten enthielten sich, während die USA als einziges Land dagegen stimmten.

Einen realistischen Eindruck von den Flächenverhältnissen erhält man auch bei Google Earth in der Globus-Ansicht.

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

„Die Hitze macht uns verrückt“

Die Thermometer auf den Kapverden zeigen z. Zt. häufig Werte über 32°C und die gefühlten Temperaturen sind durch den aufgeheizten Beton, den Mangel an Schatten und die für die Jahreszeit typische Luftfeuchtigkeit noch erheblich höher.

Die Auswirkungen des fortschreitenden Temperaturanstiegs und die immer längeren Perioden von „mormaça“ – also schwül-heißes und feuchtes Wetter – verändern den Alltag der Bevölkerung in der Stadt grundlegend. Der Himmel ist weißlich, es herrscht Windstille und im Freien arbeitende Menschen sind extremen Hitzespitzen ausgesetzt.

Zu den am stärksten betroffenen Sektoren zählen der Hoch- und Tiefbau, die Stadtreinigung und die „fliegenden“ Händlerinnen, die ständig der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind. 

„Früher war die Hitze mittags unerträglich, aber jetzt brennt uns die Sonne schon um 8 Uhr morgens auf der Haut. Wir trinken literweise Wasser, aber am Nachmittag dröhnt uns der Kopf. Wir müssen öfter in den Schatten gehen, sonst halten wir es nicht mehr aus“, sagt Mário, der seit zwanzig Jahren als Maurer arbeitet.

Das gleiche Szenario erleben die städtischen Reinigungsteams: „Die sengende Sonne desorientiert einen, macht einen verrückt“, sagte Nela, eine Müllwerkerin, während sie mit Besen und Schaufel Müll auf einer der Strassen der Stadt zusammenkehrt. 

Wenn draußen die Sonne unerbittlich brennt, ist die Situation in vielen Häusern, die mit unverputzten Zementblöcken und Wellblechdächern gebaut sind, extrem.

„Im Haus ist es heißer als draußen und nachts geben die Wände die tagsüber angestaute Hitze ab. Die Kinder können schlecht schlafen und sind morgens müde, wenn sie zur Schule gehen müssen. Ohne Ventilator bleibt uns nichts anderes übrig, als auf dem Bürgersteig zu warten, bis die Luft etwas abkühlt“, beschreibt Maria de Fátima die Situation. „Wir bleiben bis spät in die Nacht draußen und warten, dass das Haus etwas abkühlt“

Wie Bruno Silva, ein junger Architekt, erklärt, muss sich die Art und Weise, wie Gebäude und öffentliche Straßen gebaut werden, ändern. Dabei sollten reflektierende Farben, Schatten und Baumpflanzungen und Lösungen, die eine Windzirkulation ermöglichen, Priorität haben.

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

Rolle rückwärts

Ein US-Bundesgericht hat die Aussetzung der Einwanderungsvisa für Menschen aus 75 Ländern aufgehoben und geurteilt, dass Außenminister Marco Rubio mit dieser Maßnahme Anfang 2026 seine rechtlichen Befugnisse überschritten habe. In einem 61-seitigen Urteil argumentiert der Richter, dass das von der Regierung von Donald Trump beschlossene Einreiseverbot „offensichtlich illegal“ sei.

Die Entscheidung des Gerichts könnte die Überprüfung von Tausenden von bereits abgelehnten Anträgen zur Folge haben.

Zu den von der Anweisung der Trump-Administration betroffenen Ländern gehören mehrere Nationen in Lateinamerika und der Karibik, wie beispielsweise Brasilien, Kolumbien, Kuba, Guatemala und Uruguay aber auch die Kapverden.

„Diese Entscheidung stellt einen bedeutenden Sieg für Hunderttausende von Familien im ganzen Land und auf der ganzen Welt dar, deren Leben durch das illegale und diskriminierende Visaverbot dieser Regierung ins Chaos gestürzt wurde“, sagte Joanna Cuevas Ingram, leitende Anwältin beim National Immigration Law Center, in einer Erklärung.

„Die Trump-Vance-Regierung kann das Einwanderungsrecht nicht dazu missbrauchen, ganze Länder auf eine schwarze Liste zu setzen, Familien zu trennen und verfassungsmäßig garantierte Rechte zu verweigern“

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

Gesundheitsversorgung auf Fogo

Der Gesundheitsminister Lúcio Fernandes hat die drei Gemeinden der Insel Fogo besucht und wies dabei auf den Mangel an Personal, insbesondere an Ärzten, sowie an Krankenwagen hin.
Laut dem Minister macht sich der Mangel an Allgemeinmedizinern besonders im Regionalkrankenhaus São Francisco de Assis bemerkbar, das mit einer stark reduzierten Anzahl von Fachkräften arbeiten muss.

Der Regierungsvertreter versicherte, dass die Regierung beabsichtigt, das Ärzteteam des regionalen Krankenhauses „so schnell wie möglich“ zu verstärken, um sowohl die Notfallversorgung sicherzustellen als auch die Kapazität für ambulante Konsultationen zu erhöhen.

Die Infrastruktur des relativ neu erbauten Krankenhauses in São Filipe wird von Lúcio Fernandes genauso wie das Gesundheitszentrum und die Gesundheitsdelegation von Mosteiros als „in einem guten Zustand“ eingeschätzt. Der Minister räumte allerdings die Unzulänglichkeit der bestehenden medizinischen Transportmittel ein und kündigte an, dass die Regierung im Laufe des nächsten Monats einen neuen Krankenwagen für die Insel Fogo anschaffen wird.

Bezüglich des Mangels an Spezialisten erklärte Fernandes, dass praktisch keine Fachkräfte für eine sofortige Anstellung zur Verfügung stünden, dass das Ministerium aber mit kapverdischen Spezialisten im Ausland in Kontakt stehe, darunter einem Neurochirurgen, der voraussichtlich im Oktober auf die Kapverden zurückkehren werde.

Lúcio Fernandes bestätigte den Mangel an Verhütungsmitteln, wies aber die Idee zurück, dass es sich hierbei um eine Strategie zur Steigerung der Geburtenrate handle. Vielmehr habe das Land Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Medikamenten und Krankenhausbedarf.

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

Djabraba

Das Schiff Djabraba erreichte am Dienstag gegen 9:30 Uhr die Insel Sal. Es wird für die maritime Verbindung zwischen den Inseln Brava und Fogo eingesetzt. Das 26 Meter lange Schiff mit einer Kapazität für den Transport von 85 Passagieren sowie Fracht stellt eine „wichtige Verstärkung“ für die Route Brava-Fogo dar.

Die Versorgung mit lebensnotwendigen Gütern und die Entwicklung der Handelsaktivitäten zwischen den beiden benachbarten Inseln soll durch diese zweite regelmäßige Schiffsverbindung gesichert werden. Mit dem vorübergehenden Ausfall der Fähre Liberdadi zeigte sich noch einmal die Wichtigkeil dieser Massnahme.

Vor Aufnahme des regulären Betriebs wird die Djabraba den gesetzlich vorgeschriebenen technischen Inspektionen und Prüfungen unterzogen. Danach wird das Schiff offiziell in Betrieb genommen und zur wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung der beiden Inseln beitragen.

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen