Tod im Grandhotel

Vier britische Touristen starben innerhalb von vier Monaten auf tragische Weise an schweren Magen-Darm-Infekten, die sie sich während eines Aufenthaltes auf der Insel Sal zugezogen hatten. Sie gehören zu sechs Personen aus dem Vereinigten Königreich, die seit Januar 2023 nach einem Urlaub auf den Kapverden auf Grund einer Lebensmittelvergiftung ums Leben gekommen sind.

Ein Ehepaar hatte die Reise bei TUI gebucht und im Fünf-Sterne-Resort Riu Palace in Santa Maria auf Sal übernachtet. Die Ehefrau meldete die Erkrankung ihres Mannes am 9. Oktober 2025 und äußerte Bedenken hinsichtlich der Hygienestandards des Hotels. Nach seiner Rückkehr nach Großbritannien hielten die Symptome des Ehemanns an. Er brach am 12. November in seinem Haus in Houghton Regis in England zusammen und wurde umgehend ins Krankenhaus gebracht, wo er jedoch wenige Minuten später für tot erklärt wurde.

Auch eine britische Krankenschwester und Mutter eines Kindes, verstarb im August 2025, nachdem sie während eines Aufenthalts im Riu Cabo Verde Resort auf der Insel an einem Magen-Darm-Infekt erkrankt war.

Eine weitere Frau reiste am 7. Oktober 2025 mit einer Freundin in das Riu Funana Resort auf Sal. Die pensionierte Mutter zweier Kinder litt kurz darauf unter Magen-Darm-Beschwerden. Sie rutschte auf dem Weg zur Toilette auf auslaufendem Wasser aus einem Kühlschrank aus und erlitt einen Oberschenkelbruch. Sie wurde zunächst in eine örtliche Klinik verlegt. Nach einer Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes wurde sie am 16. Oktober zur Behandlung nach Teneriffa ausgeflogen, wo sie am folgenden Morgen starb.

Jatinder Paul, ein Fachanwalt bei der britischen Kanzlei Irwin Mitchell, unterstrich die Bedrohlichkeit der Situation: „Es ist fast unfassbar, dass Touristen Jahr für Jahr immer wieder von Hygieneproblemen in diesen Hotels auf den Kapverden berichten.“ erklärte er. „Ich habe noch nie immer wiederkehrende Krankheitsausbrüche in ein und demselben Resort in einem solchen Ausmaß und über einen so langen Zeitraum erlebt.“

Die Familien der sechs Verstorbenen fordern von dem Veranstalter eine Entschädigung für die erlittenen Schäden. Der Reisekonzern TUI wurde um eine Stellungnahme gebeten. Eine Antwort steht noch aus.

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Die Lage ist kritisch

Hier die Übersetzung eines Artikels, der in der Wochenzeitschrift Asemana erschienen ist. Die Informationen sind nicht neu, aber gut zusammengefasst:

Die Weltuntergangsuhr wurde erneut vorgestellt, und zwar zu einer Zeit, in der die Welt auf eine globale Katastrophe zusteuert, die durch Atomwaffen, Desinformation und  den Klimawandel angeheizt wird .

Die Weltuntergangsuhr wurde 1945 von der gemeinnützigen Organisation „The Bulletin of the Atomic Scientists“ ins Leben gerufen und ist das Werk von Albert Einstein und J. Robert Oppenheimer, nach der Entwicklung der Atombombe.

Sie dient als Metapher für die Bedrohung durch von Menschen geschaffene Technologien, wobei das Herannahen von Mitternacht gleichbedeutend mit der Apokalypse ist.

Im vergangenen Jahr warnte das Bulletin, dass der Planet einer umfassenden Katastrophe „gefährlich nahe“ sei. Anstatt diese Warnung zu beherzigen, sind Mächte wie Russland, China und die Vereinigten Staaten aggressiver und nationalistischer geworden.

Die jährlich aktualisierte Uhr stand ursprünglich auf sieben Minuten vor Mitternacht und wurde seither achtmal vorgestellt. Jetzt steht sie auf 85 Sekunden vor Mitternacht.

Im vergangenen Jahr erreichte die globale Kohlendioxidkonzentration in der Atmosphäre einen Rekordwert und lag um 150 % über dem vorindustriellen Niveau. Die Treibhausgase haben die globalen Temperaturen in die Höhe getrieben und kritische Kipppunkte auf unserem Planeten geschaffen.

2025 war weltweit das drittwärmste  Jahr überhaupt und markierte den ersten Dreijahreszeitraum mit Temperaturen über der im Pariser Abkommen festgelegten 1,5°C-Grenze. In Europa wüteten Hitzewellen, fachten verheerende Waldbrände an und setzten die Bevölkerung erhöhten Gefahren aus.

Eine Analyse des Imperial College London und der London School of Hygiene & Tropical Medicine kam zu dem Schluss, dass 68 % der geschätzten 24.400  hitzebedingten Todesfälle  im letzten Sommer auf den Klimawandel zurückzuführen sind, der die Durchschnittstemperaturen lokal um bis zu 3,6 °C erhöht hat.

Mit jedem Grad Celsius Temperaturanstieg kann die Atmosphäre etwa 7 % mehr Feuchtigkeit aufnehmen, was zu intensiveren und stärkeren Regenfällen führt. Dies war mit ein Grund dafür, dass im vergangenen Herbst nach extremen Monsunregen Tausende in Asien ums Leben kamen.

Die Sturzfluten, die Hunderte von Häusern zerstörten und Straßen in Schlammströme verwandelten, verdeutlichten auch die Folgen der  Abholzung .

In Indonesien wurden zwischen 2016 und 2025 in Aceh, Nord-Sumatra und West-Sumatra 1,4 Millionen Hektar Wald gerodet. Diese Wälder dienten als natürlicher Schutz vor Überschwemmungen, indem sie überschüssiges Wasser aufnahmen und den Oberflächenabfluss reduzierten. Ohne sie kann das Land extreme Regenfälle nicht bewältigen.

Trotz der extremen Wetterereignisse im Jahr 2025 kam der Ausstieg aus fossilen Brennstoffen auf dem COP30-Gipfel in Belém nicht voran. Obwohl das Thema nicht auf der offiziellen Tagesordnung stand, gewann die Unterstützung für einen Fahrplan für den Übergang zu sauberer Energie während der Verhandlungen rasch an Dynamik.

Mehr als 90 Länder, darunter Großbritannien, Deutschland und die Niederlande, unterstützten die Idee eines Fahrplans, der es jedem Land ermöglichen würde, seine eigenen Ziele für den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen festzulegen. Auch Lula da Silva aus Brasilien setzte sich vehement dafür ein und rief die Welt dazu auf, „darüber nachzudenken, wie wir ohne fossile Brennstoffe leben können“.

Sämtliche Bezüge zu fossilen Brennstoffen wurden jedoch in den letzten Stunden des Gipfels aus dem endgültigen Abkommen gestrichen.  Carbon Majors  stellte fest, dass 17 der 20 größten Emittenten im Jahr 2024 Unternehmen sind, die von Ländern kontrolliert werden, die diesen Fahrplan letztendlich blockieren. Dazu gehören Saudi-Arabien, Russland, China, Indien, Irak, Iran und Katar.

Die nationalen und internationalen Reaktionen auf den Klimanotstand haben sich von völlig unzureichend zu zutiefst zerstörerisch entwickelt“, heißt es in dem Bulletin.

„Keiner der drei jüngsten Klimagipfel der Vereinten Nationen legte den Schwerpunkt auf den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen oder die Kontrolle der Kohlendioxidemissionen. In den Vereinigten Staaten hat die Trump-Regierung die nationalen Bemühungen zur Bekämpfung des Klimawandels und Förderung von erneuerbaren Energien und vernünftiger Klimapolitik rücksichtslos demontiert.“

Doch selbst jetzt, wo die Weltuntergangsuhr auf Mitternacht zusteuert, besteht noch ein Hoffnungsschimmer. Laut dem Bulletin kann die Menschheit dem Abgrund entgehen, wenn der US-Kongress Trumps Krieg gegen erneuerbare Energien ablehnt.

Es argumentiert, dass die Bereitstellung von „Anreizen und Investitionen“ eine rasche Reduzierung des Verbrauchs fossiler Brennstoffe ermöglichen werde.

Der Übergang zu sauberer Energie und die Verringerung der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen sind der einzige Weg, die Klimaziele zu erreichen. Laut UN sind fossile Brennstoffe mit Abstand der größte Verursacher des globalen Klimawandels.

Sie sind für etwa 68 % der globalen Treibhausgasemissionen und fast 90 % aller Kohlendioxidemissionen verantwortlich.

Positiv zu vermerken ist, dass 2025 einen wichtigen Meilenstein für erneuerbare Energien in ganz Europa darstellte. Im vergangenen Jahr  erzeugten Wind- und Solarenergie  in der EU erstmals mehr Strom als fossile Brennstoffe.

Ein Bericht des Energie-Thinktanks Ember kam zu dem Schluss, dass in den letzten fünf Jahren der Anteil fossiler Brennstoffe an der EU-Stromerzeugung von 36,7 % auf 29 % gesunken ist, während der Anteil von Wind- und Solarenergie zusammen auf 30 % gestiegen ist, trotz eines Rückgangs der Windkraft im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2024.

Dennoch ist Trump weiterhin entschlossen, fossile Brennstoffe zu fördern und die Reduzierung erneuerbarer Energien fortzusetzen. Nachdem er versprochen hatte, Venezuelas riesige Ölreserven nach dem Motto „Drill, Baby, drill!“ auszubeuten, hat der US-Präsident bereits alle Konzessionen für Offshore-Windprojekte im Land ausgesetzt. Diese Entscheidung wird nun revidiert, nachdem ein Bundesrichter am Dienstag entschieden hat, dass ein fast fertiggestelltes Offshore-Windprojekt in Massachusetts fortgesetzt werden kann.

In Davos  bezeichnete Trump vergangene Woche  Länder, die Windkraftanlagen nutzen, als „Verlierer“ und behauptete, auch China investiere nicht in den Sektor der erneuerbaren Energien, obwohl es den größten Windpark der Welt gebaut hat.

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…und schlimmer geht immer

Die Kapverden wurden vor wenigen Tagen von den USA auf die Liste der Länder gesetzt, deren Staatsbürger eine Kaution von bis zu 15.000 US-Dollar für Geschäfts- oder Touristenvisa hinterlegen müssen. Jetzt rücken die Personen in den Focus, die bereits über ein Visum für eine Einwanderung in die USA verfügen oder ein solches beantragen wollen.

Im Visier sind 75 Länder, zu denen neben Brasilien und Russland auch Venezuela, Kuba und die Kapverden zählen. Eine Einwanderung aus diesen 75 Ländern, bei denen es sich mehrheitlich um afrikanische Länder handelt, ist laut US-Regierung auch bei einem bereits erteilten Einwanderungsvisum nicht mehr möglich.

Offiziell besteht das Ziel darin, die Einreise von Menschen zu „kontrollieren“, die zu einer „Belastung für die amerkanische Öffentlichkeit“ werden könnten.

Diese neuen Regelungen, die am 21. Januar 2026 in Kraft treten, stellen nicht nur eine Härte für die Kapverder dar, die einen Besuch oder eine Einwanderung in die USA geplant haben, sondern auch für ihre einheimischen Familien. Die Lebensqualität großer Teile der kapverdischen Bevölkerung hängt stark von den Zuwendungen ab, die die in den USA arbeitenden Kapverder in ihr Heimatland senden. Mit diesen neuen Regelungen wird sich deren Anzahl kontinuierlich reduzieren, da Kapverder nach Hause zurückkehren, aber nicht durch neue Einwanderer ersetzt werden.

Einen Vorteil haben diese Regelungen aber doch: Seit langem wird von der Regierung der Kapverden beklagt, dass gerade junge, dynamische und gut ausgebildete Mitbürger ins Ausland und dabei vorzugsweise in die USA abwandern und so dem heimischen Wirtschafts- und Sozialsystem fehlen. Dieser „braindrain“ wird durch die neue Abschottungspolitik der USA deutlich gebremst.

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Aus der Traum

Ab dem 21. Januar müssen Inhaber kapverdischer Pässe, die ein Visum für die USA zu Geschäfts- oder Tourismuszwecken beantragen, eine Kaution von bis zu 15.000 US-Dollar (ca. 1,5 Mio Escudos) hinterlegen. Dies wird auf der offiziellen website der US Botschaft in der Landeshauptstadt Praia mitgeteilt.

Diese Maßnahme, die der Bekämpfung illegaler Einwanderung dienen soll, zerstört die Träume vieler Kapverder, die bereits für den Besuch der Fußball-Weltmeisterschaft gespart haben. Die findet 2026 in Atlanta, Houston und Miami statt und die kapverdische Nationalmannschaft hat sich bereits qualifiziert.

Kap Verde wurde in die Liste der 38 Länder aufgenommen, für die diese Einreisebeschränkungen gelten. Dazu gehören unter anderem Angola, die Elfenbeinküste, Guinea-Bissau, Guinea, die Zentralafrikanische Republik, Senegal, São Tomé und Príncipe, Nigeria, Namibia, Tansania, Togo, Uganda, Sambia und Simbabwe. Außerhalb Afrikas stehen auch Kuba und Venezuela auf der Liste.

Die Kaution wird zwar bei rechtzeitiger Wiederausreise erstattet, aber nur sehr wenigen Kapverdern wird es möglich sein, diesen Betrag aufzubringen. Immerhin handelt es sich um das 5fache des durchschnittlichen Jahreseinkommens eines Angestellten auf den Kapverden.

In einem Ranking der Inanspruchnahme sozialer Unterstützung durch Immigranten in den USA stehen die Kapverden auf Platz 6. Etwa 63% der kapverdischen Familien in den USA profitieren in irgendeiner Form von sozialen Hilfsprogrammen. Die Familien sind oft sehr umfangreich und die soziale und berufliche Integration wird durch Sprach- und Bildungsbarrieren zusätzlich erschwert. Im Zuge von „America first“ und um die hohen Kosten der Sozialfürsorge einzudämmen, soll vermutlich nur wirklich wohlhabenden Kapverdern die Einreise in die USA ermöglicht werden.

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Hoffentlich gilt das nicht auch für die kapverdische Fußballnationalmannschaft und ihr Betreuerteam … aber die sind ja eigentlich weder geschäftlich noch touristisch unterwegs.

US Visa Services

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Der ruppige Atlantik

Die Seebedingungen zwischen den Kapverdischen Inseln behindern aktuell den Schiffs- und Reiseverkehr. Laut Mitteilungen des Meteorologischen Instituts treten Wellen von 2,0 bis 4,5 Metern auf, die eine sichere Beförderung von Reisenden und Fahrzeugen in manchen Fällen nicht zulassen.

Die Betreibergesellschaft der Fähren, CV Interilhas, teilt mit, dass sie sich der Auswirkungen auf die Passagiere besonders in der Vorweihnachtszeit sehr bewußt ist und der Ausfall von Schiffsverbindungen viele Reisepläne durcheinander bringt, aber die Sicherheit der Reisenden stehe immer an erster Stelle. Man beobachte den Zustand des Meeres kontinuierlich und u.U. müssten Abfahrten auch kurzfristig abgesagt oder verschoben werden.

Es ist sinnvoll, sich vor der Schiffsreise beim Reiseveranstalter oder direkt bei CV Interilhas zu vergewissern, dass die gebuchte Passage auch tatsächlich durchgeführt wird. Das Callcenter von CV Interilhas ist unter +238 3500330 zu erreichen.

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