Kommunalwahlen – ein Zwischenbericht

São Filipe, 22.8.2016 – Die campanha ist in vollem Gange. Jeden Tag sind Kundgebungen der drei Kandidaten Luis Pires (GPAIS), Eugenio Veiga (PAICV) und Jorge Nogueira (MPD) in der Stadt São Filipe oder auf dem Lande und die mit riesigen Lautsprechern beladenen Lastwagen der Parteien rollen unablässig durch alle Winkel der Gemeinde.

Überraschend ist der große Zulauf, den die Auftritte von Luis Pires haben. Auch wenn er als parteiloser und unabhängiger Kandidat antritt, sind offenbar nicht wenige davon überzeugt, dass er die beste Alternative für São Filipe wäre. 

Der Wahlkampf wird mit ziemlich harten Bandagen geführt. Das ist nicht verwunderlich, denn für viele Aktivisten, die sich zu einem Kandidaten oder einer Partei bekennen, hängt die berufliche Zukunft vom Abschneiden ihres Kandidaten ab.

Bei einem Machtwechsel kommt regelmäßig das große Stühlerücken und nicht nur leitende Funktionäre, sondern auch einfache Sachbearbeiter der unterlegenen Partei werden gnadenlos ihrer Posten enthoben und durch Anhänger der Gewinnerpartei ersetzt. Dann trifft man in der Gemeindeverwaltung viele neue Gesichter an und da sich diese neuen Mitarbeiter erstmal einarbeiten müssen, läuft die Verwaltung eine zeitlang ziemlich unrund.

Derzeit sieht es nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen der drei Kandidaten aus und es scheint ziemlich wahrscheinlich, dass niemand die absolute Mehrheit der Stimmen erringen wird. Eine viel diskutierte Frage ist, ob Luis Pires und Eugenio Veiga trotz des erbittert geführten Wahlkampfs kooperieren werden, wenn es denn notwendig ist, oder ob es ganz neue Konstellationen geben wird.

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Kommunalwahlen

Am 4. September finden auf den Kapverden Kommunalwahlen zu den Stadt- und Gemeindevertretungen statt. Der Wahlkampf in São Filipe begann für die regierende PAICV mit einem Paukenschlag: nach dem Willen der Parteiführung wurde nicht der amtierende Bürgermeister Luis Pires auf den Spitzenplatz der Liste der Partei gesetzt und erneut zum Bürgermeisterkandidaten erklärt, sondern Eugénio Veiga, der dieses Amt bereits von 1992 bis 2012 ausgeübt hat.

Hintergrund dieser Entscheidung ist eine Wählerbefragung, nach deren Ergebnis die Popularitätswerte von Eugénio Veiga höher sind, als die von Luis Pires.

Luis Pires, Bürgermeister seit 2012, reagierte mit Unverständnis auf diese Entscheidung und führte an, dass er in seiner Amtszeit mit finanziellen Altlasten zu kämpfen hatte, die er von seinem Vorgänger übernehmen musste. Trotzdem sei es ihm gelungen, viele zukunftsweisende Projekte in den Bereichen Infrastruktur, Verkehr und Tourismus umzusetzen bzw. auf den Weg zu bringen.

Luis Pires erklärte, er prüfe derzeit die Möglichkeit, als unabhängiger Kandidat mit einer eigenen Liste zu den Kommunalwahlen anzutreten.

Die Liste der oppositionellen MPD in São Filipe führt Jorge Nogueira an, der die PAICV bei den letzten Parlamentswahlen vor einigen Monaten zum erstem Mal seit 30 Jahren mit wenigen Stimmen überflügeln konnte.

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Nachtrag am 1.8.2016

Luis Pires tritt bei den Kommunalwahlen am 4. September 2016 mit der Gruppe GPAIS (Grupo Por Amor Incondicional a São Filipe) als Bürgermeisterkandidat an.

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Das Stadtfest 2016

São Filipe, 29.4.2016 – Das diesjährige Stadtfest von São Filipe vom 24. April bis 1. Mai wird überschattet von einem Massaker, das auf einem Militärstützpunkt auf der Insel Santiago verübt wurde. Ein junger und offenbar geistig verwirrter Soldat hat dort 8 Militärpersonen und 3 Zivilisten aus nicht erkennbaren Motiven erschossen. Eine vergleichbare Greueltat hat es auf den Kapverden noch nicht gegeben, viele Menschen sind geschockt und die Regierung hat für den 27. und 28. April eine zweitägige Staatstrauer angeordnet.

Alle Musikveranstaltungen auf dem zentralen Platz Presidio wurden an diesen beiden Tagen abgesagt. Die übrigen Veranstaltungen fanden und finden aber wie geplant statt: das Fußballturnier, Leichtathletik- und Radsportwettkämpfe, Pferderennen, eine Misswahl sowie weitere kulturelle Angebote. Außerdem gibt es das große Festessen mit dem traditionellen Maisstampfen (pilão), zu dem ein Ochse und zahlreiche Schweine, Ziegen und Hühner geschlachtet werden.

Das Fest von São Filipe gehört zu den größten Veranstaltungen auf den Kapverden und die Stadt ist voller Besucher, unter ihnen viele Emigranten aus allen Teilen der Welt.

Neben den Vergnügungen finden auch die kirchlichen „Festas da Bandeira“ mit Gottesdiensten und einer Prozession zu Ehren des Schutzpatrons statt. Am 1. Mai gehen die Feierlichkeiten zu Ende.

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Tchau Tchau PAICV

Ulisses Correia e Silva

Nach der Auszählung von 96 % aller Stimmen ergibt sich ein klares Bild bei den gestrigen Parlamentswahlen in Cabo Verde: erdrutschartiger Sieg für die MPD. Sie gewinnt mit 53,6% die absolute Mehrheit der Wählerstimmen und Parteichef Ulisses Correia e Silva wird damit aller Voraussicht nach der neue Ministerpräsident Cabo Verdes.

Die junge Kandidatin der PAICV, Janira Almada Hopffer, hat es nicht geschafft, die Wähler zu überzeugen. Ihre Partei kommt nur auf 37,3%. Sogar auf Fogo, der Hochburg der PAICV, ist es der MPD gelungen, die meisten Stimmen zu holen. Lediglich die Emigranten in den USA haben mehrheitlich PAICV gewählt.

Die Partei UCID ist traditionell sehr stark auf São Vivente. Dort erringt sie als zweitstärkste Kraft 28,6%. Landesweit kommt sie auf 6,8%.

Alle Ergebnisse und die Liste der gewählten Abgeordneten

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Heute wird’s spannend

Janira Hopffer Almada

Tausende von Menschen versammelten sich am Donnerstagabend auf dem Platz “Presidio” in São Filipe, um an der Abschlußveranstaltung des Wahlkampfs der PAICV teilzunehmen. Hauptredner waren der Premierminister José Maria Neves und Eva Ortet, die derzeitige Agrarministerin, die die Liste der PAICV auf Fogo anführt.

José Maria Neves, der nicht wieder für das Amt des Premierministers kandidiert, blickte auf die 15 Jahre seiner Regierung zurück und beschrieb die rasante Entwicklung, die die Insel Fogo in dieser Zeit durchlaufen hat. Er erwähnte u.a. den Ausbau von Hafen und Flughafen, die fast flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Leitungswasser und Elektrizität, die Asphaltierung der wichtigsten Straßen, die Investitionen in Landwirtschaft und Tourismus und den allgemeinen Zuwachs an Wohlstand für breite Bevölkerungsschichten.

Am heutigen Sonntag, dem 20. März sind Parlamentswahlen und die Anhänger der PAICV rechnen sich gute Chancen aus, mit Janira Hopffer Almada als Präsidentschaftskandidatin zum vierten Mal in Folge die Regierung bilden zu können.

Hier noch ein paar Hintergrundinformationen. Der Beitrag entstand 2011.

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