Fred auf Fogo

Die Gewässer  um Cabo Verde gelten zwar als Wiege der Hurricanes, aber einen ausgewachsenen tropischen Sturm hat das Land schon ewig nicht mehr erlebt. Gestern war es soweit. Der Hurricane Fred (Klasse 1) zog in der Nacht von Sonntag auf Montag über Cabo Verde hinweg und streifte auch Fogo.

Die Windgeschwindigkeiten reichten bis ca. 6o km/h und es gab beträchtlichen Niederschlag in kurzer Zeit. Die Strasse zum Strand von São Filipe wurde wie immer in solchen Situationen von den Wassermassen aufgerissen, da sich dort das Regenwasser aus den höher gelegenen Stadtteilen konzentriert. Weitere größere Schäden wurden aber bis jetzt nicht gemeldet.

Der Flugverkehr wurde am Montag eingestellt und auch die Schnellfähren Liberdadi und Kriola liefen nicht aus. Vielerorts wurden Strassen überspült und große Wassermengen rauschten die Ribeiras hinunter Richtung Atlantik, der jetzt in Inselnähe eine schmutzigbraune Farbe angenommen hat.

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Regen, Regen …

Lange hat’s gedauert und es waren schon Befürchtungen aufgekommen, dass die Niederschläge auch dieses Jahr wieder ausfallen könnten, aber nun hat es gestern auf der ganzen Insel Fogo kräftig geregnet, etwa 30 – 40 L/m², und in wenigen Tagen ist die Insel grün.

In den letzten Wochen wurde im Landesinnern bereits auf diesen Tag hingearbeitet. An allen geeigneten Stellen wurden mit der Hacke Löcher vorbereitet, um die Saat aufzunehmen und nun war es soweit: der Boden ist feucht und Mais- und Bohnensaat wurde eingelegt und mit Erde bedeckt. Auch auf den Flächen, die für Erdnüsse vorbereitet worden waren, wurde ausgesäht.

Die Erleichterung der Bevölkerung ist riesig, denn noch ein Jahr ohne Regen würde die gesamte Wirtschaft des Landes in eine gewaltige Krise stürzen. Schon der Ernteausfall des letzten Jahres hatte viele Familien, die keine Rücklagen haben und auch keine Verwandten in Übersee, in Existenznöte gebracht.

Ohne Regen hat man nichts, das man auf dem Markt verkaufen könnte. Ohne Regen verknappt sich das Angebot an Lebensmitteln und alles wird teurer. Ohne Regen sind die Zisternen leer und es muss Wasser gekauft werden. Ohne Regen gibt es keine Vorräte und alle Lebensmittel müssen gekauft werden, aber wovon? Ohne Regen fehlt Futter für die Kühe und Ziegen, die in vielen Fällen notgeschlachtet werden müssen. Ohne Regen fehlt Geld im Wirtschaftskreislauf und das merken nicht nur die Familien, sondern auch die Handwerker an fehlenden Aufträgen, die Händler an Umsatzrückgängen, die Busfahrer an weniger Kunden etc. Kurzum, ohne Regen breitet sich eine allgemeine Lähmung aus.

Noch kann aber keine Entwarnung gegeben werden, denn der Niederschlag reicht nicht aus, um den Mais zur Reife zu bringen. Mehr Regen in den nächsten Wochen ist erforderlich, aber der Anfang ist gut und die Hoffnung groß.

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Es fehlt staatliche Autorität

Die Bürgermeister von Sao Filipe und Santa Catarina, Luis Pires und João Aqueleu Barbosa Amado äußerten sich am Samstag auf einer Pressekonferenz anläßlich des Tages der Bevölkerung, der zum ersten Mal auf Fogo begangen wurde. Das Motto dieses Jahres lautet „Gefährdete Bevölkerungsgruppen in Krisensituationen“ und die Bürgermeister wurden mit Fragen zur Situation der aus der Chã das Caldeiras evakuierten Bevölkerung konfrontiert.

Der Bürgermeister von Santa Catarina, João Aqueleu Barbosa Amado sagte, „es gäbe einen Mangel an staatlicher Kontrolle, aber der Gemeindeverwaltung seien die Hände gebunden, um die Situation in Cha das Caldeiras zu organisieren“. Er zeigte sich sehr besorgt über die umfangreiche und illegale Errichtung von Gebäuden ohne Kontrolle und Genehmigung. Sein Amtskollege aus Sao Filipe, Luis Pires, ergänzte, dass dieser Mangel an staatlicher Autorität von der Zentralregierung und nicht von den Gemeindevertretern zu verantworten sei. Er wies darauf hin, dass die Chã nur einen Eingang habe und es ein Leichtes wäre, den Strom von Baumaterial zu kontrollieren.

Uneinig waren sich die beiden Bürgermeister in Bezug auf die Lage der neuen Siedlung für die evakuierte Bevölkerung. João Aqueleu Barbosa Amado sprach sich für die vom Nationalen Institut für Grund und Boden (INGT) preferierte Ansiedlung in Achada Furna aus.

Luís Pires vertritt dagegen weiterhin die Idee, ein Dorf in der Nähe des Monte Velha zu errichten, wo der Staat einen großen Landstrich fruchtbaren Bodens für Landwirtschaft und Weinanbau zur Verfügung stellen könnte. Luis Pires geht davon aus, dass, wie im Jahr 1995, etwa 90 Prozent der Familien dorthin ziehen würden, wo sie ihrer Erwerbstätigkeit nachgehen können.

Zur Verzögerung bei der Sanierung der nach dem Vulkanausbruch 1995 in Achada Furna und Monte Grande gebauten Häuser wollten die Bürgermeister keinen Kommentar abgeben und verwiesen die Journalisten an den Vorstand des Büros zum Wiederaufbau der Insel Fogo (GRF).

Außerdem wurde bekannt, dass mit dem heutigen Tage die Weinherstellung 2015 in der kurzfristig improvisierten Winzerei begonnen hat. David Gomes Monteiro “Neves” geht davon aus, dass etwa 40% der Menge des Rekordjahres 2014 produziert werden kann.

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Im Oktober geht’s los

Sao Filipe, 25.6.2015 (Inforpress) – Mariza und Mustafa Eren haben im Dezember 2014 durch den Vulkanausbruch die beiden Pensionen Pedra Brabo und Casa Mariza in der Chã das Caldeiras verloren. Im Frühjahr dieses Jahres haben sie begonnen, auf der erkalteten Lava des letzten Ausbruchs eine neue Pension mit angegliedertem Restaurant zu errichten, nachdem die zuständigen staatlichen Stellen über Monate keine Entscheidung zur Zukunft der Chã das Caldeiras getroffen haben.

Baupläne und Statik wurden bei den zuständigen Behörden eingereicht, eine Genehmigung liegt allerdings noch nicht vor. Die Arbeiten sind aber bereits so weit fortgeschritten, dass nun der Oktober 2015 als Termin für die Eröffnung mitgeteilt wurde – 11 Monate nach dem Vulkanausbruch und rechtzeitig zur touristischen Hauptsaison.

Auch an anderen Stellen wird an der Errichtung von touristischen Unterkünften gearbeitet. Von offizieller Seite wird diese Bautätigkeit eher kritisch gesehen, da man ein unkontrolliertes Ausufern mit zu geringer Berücksichtigung des Sicherheitsaspektes befürchtet.

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Die Katze ist aus dem Sack

São Filipe, 29.5.2015 (Inforpress) – Am Donnerstag traf der Ministerrat eine lang hinausgeschobene Entscheidung: Achada Furna soll zur neuen Siedlung der aus der Chã das Caldeiras evakuierten Bevölkerung ausgebaut werden.

Der Sprecher des Ministerrates, Démis Lobo Almeida, erklärte, dass diese Wahl nach umfangreicher Anhörung der betroffenen Menschen getroffen wurde. Es seien soziale, wirtschaftliche und ökologische Aspekte sowie die Sicherheitsinteressen der Bevölkerung berücksichtigt worden und in der Gesamtschau weise Achada Furna die besten Bedingungen auf.

Es wurde weiterhin entschieden, jede Art von Wohnbebauung in der Chã zu untersagen. Ausgenommen sind kleinere Hotels, Restaurants und Gebäude, die für Zwecke der Landwirtschaft und des Weinanbaus erforderlich sind. In jedem Fall muss eine Genehmigung des Zivilschutzes und weiterer Behörden eingeholt werden.

Das Nationale Institut für die Verwaltung von Grund und Boden wurde angewiesen, innerhalb von 120 Tagen Pläne vorzulegen, wie die verbliebenen Nutzflächen in der Chã aufgeteilt und zugeordnet werden sollen.

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