Aus der Traum

Ab dem 21. Januar müssen Inhaber kapverdischer Pässe, die ein Visum für die USA zu Geschäfts- oder Tourismuszwecken beantragen, eine Kaution von bis zu 15.000 US-Dollar (ca. 1,5 Mio Escudos) hinterlegen. Dies wird auf der offiziellen website der US Botschaft in der Landeshauptstadt Praia mitgeteilt.

Diese Maßnahme, die der Bekämpfung illegaler Einwanderung dienen soll, zerstört die Träume vieler Kapverder, die bereits für den Besuch der Fußball-Weltmeisterschaft gespart haben. Die findet 2026 in Atlanta, Houston und Miami statt und die kapverdische Nationalmannschaft hat sich bereits qualifiziert.

Kap Verde wurde in die Liste der 38 Länder aufgenommen, für die diese Einreisebeschränkungen gelten. Dazu gehören unter anderem Angola, die Elfenbeinküste, Guinea-Bissau, Guinea, die Zentralafrikanische Republik, Senegal, São Tomé und Príncipe, Nigeria, Namibia, Tansania, Togo, Uganda, Sambia und Simbabwe. Außerhalb Afrikas stehen auch Kuba und Venezuela auf der Liste.

Die Kaution wird zwar bei rechtzeitiger Wiederausreise erstattet, aber nur sehr wenigen Kapverdern wird es möglich sein, diesen Betrag aufzubringen. Immerhin handelt es sich um das 5fache des durchschnittlichen Jahreseinkommens eines Angestellten auf den Kapverden.

In einem Ranking der Inanspruchnahme sozialer Unterstützung durch Immigranten in den USA stehen die Kapverden auf Platz 6. Etwa 63% der kapverdischen Familien in den USA profitieren in irgendeiner Form von sozialen Hilfsprogrammen. Die Familien sind oft sehr umfangreich und die soziale und berufliche Integration wird durch Sprach- und Bildungsbarrieren zusätzlich erschwert. Im Zuge von „America first“ und um die hohen Kosten der Sozialfürsorge einzudämmen, soll vermutlich nur wirklich wohlhabenden Kapverdern die Einreise in die USA ermöglicht werden.

___________________________

Hoffentlich gilt das nicht auch für die kapverdische Fußballnationalmannschaft und ihr Betreuerteam … aber die sind ja eigentlich weder geschäftlich noch touristisch unterwegs.

US Visa Services

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen für den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.