Meldungen am 9.12.2014 zum Vulkanausbruch

Spendenaktion “Hilfe für evakuierte Kinder” von Fogos Kinder e.V.

Verschiedene Videos mit beeindruckenden Aufnahmen vom Vulkanausbruch und der Situation in der Chã das Caldeiras

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Dieser Artikel wird bei Bedarf im Tagesverlauf aktualisiert

Sao Filipe, 9.12.2014 (Inforpress)

> Die Lava ist weiterhin in Bewegung, hat die Chã das Caldeiras aber noch nicht verlassen und befindet sich noch ein gutes Stück vom Kraterausgang in Richtung Mosteiros entfernt. Sollte sie ihre jetzige Fließgeschwindigkeit beibehalten, würde sie etwa in 3 Tagen diesen Punkt erreichen.

> Die Bevölkerung in den nördlichen und östlichen Inselbereichen von Relva bis Mosteiros ist darüber informiert worden, dass eine Evakuierung möglicherweise kurzfristig durchgeführt werden muss.

> Das Kapverdische Institut für Kinder und Heranwachsende ICCA ist seit Beginn der Katastrophe mit einem Team vor Ort in den Auffangstationen. Beteiligt sind ein Psychologe, 3 Erzieherinnen und freiwillige HelferInnen. Schwerpunkt sind die Behelfsunterkünfte Achada Furna und Monte Grande, da die Station Mosteiros mit psychosozialen Hilfen am besten ausgestattet ist.

> Der Psychologe Diamantino Tavares berichtet, dass die Versorgung mit Lebensmitteln und Bekleidung für die 381 in Achada Furna untergebrachten Personen  sichergestellt ist. Hauptschlafplatz sei die Schule, die zum Unterrichtsbeginn aber wieder geräumt werden müsse. Die Kinder könnten sich offenbar besser an die abrupte Veränderung der Lebensumstände anpassen, als die Erwachsenen, die die Konsequenzen dieser Katastrophe klarer vor Augen hätten. Der Bedarf an Gesprächen zur Bewältigung der Ereignisse der letzten 2 Wochen sei sehr groß. Die Verhältnisse in der Behelfsunterkunft in Monte Grande seien vergleichbar.

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Meldungen am 8.12.2014 zum Vulkanausbruch

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Sao Filipe, 8.12.2014 (Inforpress)

> Auf Regierungs- und Gemeindeebene wird laut darüber nachgedacht, die evakuierten Familien aus nationalen und internationalen Mitteln zu entschädigen und möglicherweise eine neue Siedlung außerhalb der Chã das Caldeiras zu errichten. Diese sollte in der Nähe des Kratereingangs liegen, um Erwerbstätigkeit in der Chã das Caldeiras im Bereich Landwirtschaft, Viehzucht und Tourismus zu ermöglichen.

> Kurz nach dem letzten Ausbruch im Jahre 1995 wurden in Achada Furna und Monte Grande insgesamt 110 Häuser mit deutscher Finanzierung gebaut, um sie den damals evakuierten Familien zur Verfügung zu stellen. Diese Häuser wurden in vielen Fällen jedoch nicht genutzt, weil die Familien wieder in den Krater zurückzogen. Sie sind überwiegend in einem schlechten Zustand und verfügen weder über Wasser noch Elektrizität oder sanitäre Anlagen, könnten aber wiederhergestellt werden. Die Kosten dafür belaufen sich lt. Auskunft des Architekten Manuel Barradas auf etwa 9000,00 Euro pro Haus.

> Die Lava hat Bangaeira durchquert und einige höher gelegene Häuser verschont. Sie bewegt sich derzeit auf einer Breite von ca 300 Metern auf Monte Velha bzw. den Ort Fernão Gomes zu.

> Nuno Oliveira, Mitarbeiter des Zivilschutzes, erklärt, dass ein Ausfluß der Lava hinunter zum Meer nicht ausgeschlossen werden könne. Dann seien auch alle Ortschaften im Nordosten der Insel prinzipiell bedroht. Welchen konkreten Weg die Lava in diesem Fall nehmen würde, sei nicht vorhersagbar.

> Die Behörden weisen noch einmal darauf hin, dass das Wasser in den privaten Zisternen im Osten und Norden der Insel durch toxische Stoffe der Vulkanasche verunreinigt ist und weder von Mensch noch Tier getrunken werden sollte.

> Die Integration der 70 Kinder der Auffangstation Mosteiros in die örtliche Grundschule läßt sich ohne größere Probleme durchführen, da sich dort auch 2 Lehrer aus der Chã das Caldeiras aufhalten. Aus den beiden anderen Auffangstationen liegen dazu noch keine Meldungen vor.

> Nach Einschätzung des Lehrers Valdemar Alves haben sich die meisten Kinder nach einer Phase der Desorientierung gut an die neue Situation angepasst.

> Am gestrigen Sonntag waren viele Bewohner besonders des Ortes Bangaeira noch einmal in die Chã das Caldeiras zurückgekehrt, um zurückgelassene Dinge zu retten. Sie konnten jedoch nur die Zerstörung ihres Ortes durch die Lava vom höher gelegenen Monte Amarelo aus beobachten.  Um 15.00 Uhr machten sie sich wieder auf den Rückweg nach Achada Furna. Laut Reporter Jaime Rodrigues hatte dieser Rückweg den Charakter eines Leichenzuges.

> Seit dem Jahr 1500 ist der Vulkan 27 Mal ausgebrochen, 11 Mal hat sich die Lava in die Chã das Caldeiras ergossen. Drei Ausbrüche fanden in der Zeit der Besiedlung der Chã das Caldeiras seit etwa 1915 statt: 1951, 1995 und 2014

 

 

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Meldungen am 7.12.2014 zum Vulkanausbruch

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Sao Filipe, 7.12.2014 (Inforpress)

> Am gestrigen Tag hat sich die Situation dramatisch verschlechtert. Neue und besonders flüssige Lavamassen sind ausgetreten und mit hoher Geschwindigkeit durch Portela geflossen. Am Nachmittag wurden weitere 20 Häuser und der Sportplatz zerstört. Außerdem die beiden Kirchen und große Teile der Weinkooperative.

> Danach erreichte die Lava auch das tiefer gelegene Bangaeira, die Pension Marisa, den Kindergarten und Häuser in der Nachbarschaft. Es sollen bis zum heutigen Nachmittag ca. 70% des Ortes Bangaeira und 95% des Ortes Portala zerstört sein.

> Die Flußgeschwindigkeit der Lava an den Austrittsöffnungen beträgt ca. 20 Meter pro Sekunde.

> Der letzte noch offen gehaltene Zugang zur Chã das Caldeiras wurde ebenfalls von der Lava überrannt.

> Die Behörden haben die vollständige Evakuierung angeordnet, das betrifft jetzt auch alle Vertreter öffentlicher Institutionen. Ein Betreten des Katastrophengebietes ist strengstens verboten. Diese Anordnung trifft besonders bei den Viehzüchtern auf Widerstand, die noch Herden in der Chã das Caldeiras haben.

> Es wird nicht mehr ausgeschlossen, dass die Lava die Chã das Caldeiras verlassen könnte. Dann sind auch die Küstenorte Relva im Osten und Mosteiros im Nordosten akut gefährdet. Auf Grund des starken Gefälles würde die Lava bei Verlassen der Chã das Caldeiras eine sehr hohe Geschwindigkeit erreichen. Regierungskreise wollen darüber zum gegenwärtigen Zeitpunkt jedoch nicht spekulieren, man sei jedoch auf schlimmste Szenarien vorbereitet.

> Der Techniker des Zivilschutzes, Jair Rodrigues, weist darauf hin, dass der Ausbruch im Jahr 1995 genau 56 Tage dauerte und dieser Ausbruch bisher 15 Tage andauert.

> Die Zahl der evakuierten Personen, die sich in den 3 Auffangstationen Achada Furna, Mosteiros und Monte Grande befinden, wurde auf 850 korrigiert.

> Die Flugverbindung zwischen Santiago und Fogo ist wegen der intensiven Vulkantätigkeit weiterhin unterbrochen. Die zwischen Santiago, Fogo und Brava verkehrende Fähre „Kriola“ bietet derzeit 5 Verbindungen in der Woche an und kann diese auf 6 erhöhen, sofern es erforderlich ist.

 

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Meldungen am 6.12.2014 zum Vulkanausbruch

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Sao Filipe, 6.12.2014 (Inforpress)

> Die Belastung weiter Inselteile (Mosteiros, Corvo, Achada Grande und Relva) durch Asche und Gase und ihre gesundheits-schädigenden Auswirkungen beunruhigen die Bevölkerung.

> Die Behörden raten den Menschen, Haut, Augen und die Atemwege zu schützen, viel zu trinken und Obst zu essen. Außerdem soll das durch die letzten Regenfälle verunreinigte Wasser in den Zisternen nicht mehr als Trinkwasser benutzt werden.

> Eine Abordnung der Vereinten Nationen bestehend u.a. aus Spezialisten für Zivilschutz und Vulkanologen befindet sich auf Fogo, um die Situation einzuschätzen und Vorschläge für mögliche Hilfsmaßnahmen zu machen und zu verhindern, dass Hilfsgüter auf den Weg gebracht werden, die nicht benötigt werden.

> Nach Einschätzung von David Gomes Monteiro, dem Vorsitzenden der Weinkooperative, wollen die meisten evakuierten Familien nicht wieder in die Chã das Caldeiras zurückkehren. Viele sagen, sie könnten sich vorstellen, wieder dort als Bauern zu arbeiten, aber sie würden ihre Familien nicht noch einmal solchen Risiken aussetzen.

> Neue Meldungen über Veränderungen in den vulkanischen Aktivitäten liegen derzeit nicht vor.

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Meldungen am 5.12.2014 zum Vulkanausbruch

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Sao Filipe, 5.12.2014 (Inforpress)

> Gestern Abend begann der Vulkan, erneut Lavamassen auszust0ßen, die sich in einer neuen Lavawalze auf Portela zubewegen.

> Dieser Lavastrom ist wesentlich flüssiger als zuvor und  hat sich mit hoher Geschwindigkeit (90 Meter pro Stunde) auf Portela zubewegt. Die Geschwindigkeit hat sich im tagesverlauf aber deutlich verringert. Spezialisten befürchten, dass diese Lava die restlichen Häuser von Portela zerstören wird und auch Bangaeira ist in akuter Gefahr. Die alten Lavaströme von 1995 bilden zwar ein gewisses Hindernis, werden den Lavafluß aber nicht dauerhaft aufhalten können.

> Weiterhin sind Bewohner der Chã das Caldeiras dabei, eine vorzeitige Ernte einzubringen, bevor sie ein Raub der Lava wird. Noch besteht die Hoffnung, dass nach dem Ende dieses Vulkanausbruchs ausreichend Fläche übrigbleibt, um zumindest weiterhin Landwirtschaft in der fruchtbaren Kraterebene betreiben zu können.

> Auf der Ostseite von Fogo hat es geregnet, aber diese sonst immer sehr erfreuliche Nachricht hat nun auch eine Schattenseite: der Regen hat Lavaasche von den Auffangflächen in die Zisternen gespült. Das Gesundheitsamt warnt davor, dieses kontaminierte Wasser zu trinken oder Tieren zu geben. Da es z.B. im Bereich von Tinteira, nördlich von Cova Figueira, aber keine öffentliche Wasserversorgung gibt und die Bevölkerung auf ihre Zisternen angewiesen ist, entsteht auch hier ein akutes Problem.

> Die portugiesische Fregatte mit Hilfsgütern ist in den Gewässern von Fogo angekommen und wird entladen. An Bord sind auch ein Transporthubschrauber sowie eine Psychologin und eine Krankenschwester, die bei der Betreuung der evakuierten Menschen helfen wollen.

> Dem Nationalen Institut für Meteorologie und Geophysik (INMG) sollen seit März 2014 Berichte vorliegen, die auf einen bevorstehenden Vulkanausbruch hindeuteten.

> Von der Bank BCN ( Banco Caboverdiano de Negocios) wurde ein Spendenkonto eingerichtet. Die Gelder werden von der Direktion der Bank in Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz Cabo Verde verwaltet und kommen ausschließlich den von der Katastrophe betroffenen Personen oder Familien zu Gute.

Name:                   SOS TCHAN 2014

Bank:                    Banco Caboverdiano de Negocios (BCN)

Konto:                  5696870101

IBAN:                   CV64000400000569687010163

BIC:                      CANBCVCV

Möglicherweise müssen bei Überweisungen von deutschen Banken die letzten 3 Ziffern der IBAN weggelassen werden.

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