{"id":2507,"date":"2026-03-15T17:47:37","date_gmt":"2026-03-15T16:47:37","guid":{"rendered":"https:\/\/wordpress2.sao-filipe.com\/?page_id=2507"},"modified":"2026-03-18T13:11:48","modified_gmt":"2026-03-18T12:11:48","slug":"die-katzenkoenigin","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/wordpress2.sao-filipe.com\/?page_id=2507","title":{"rendered":"Die Katzenk\u00f6nigin"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Diese Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit. Sie ist d\u00fcster und traurig, aber trotzdem soll sie erz\u00e4hlt werden. Die Personennamen sind frei erfunden.<\/em><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text is-stacked-on-mobile\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"861\" height=\"763\" src=\"https:\/\/wordpress2.sao-filipe.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Heidrun-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2509 size-full\" srcset=\"https:\/\/wordpress2.sao-filipe.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Heidrun-1.jpg 861w, https:\/\/wordpress2.sao-filipe.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Heidrun-1-300x266.jpg 300w, https:\/\/wordpress2.sao-filipe.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Heidrun-1-768x681.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 861px) 100vw, 861px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p>Heidrun zeichnete mit einem Finger das Muster der Tischdecke nach. Sie sa\u00df am Esstisch ihrer Freunde Mia und Rainer und f\u00fchlte sich j\u00e4mmerlich. Mia bem\u00fchte sich, das Gepr\u00e4ch in Gang zu halten, aber Heidruns Antworten waren einsilbig und es entstanden immer wieder lange Pausen unterbrochen von tiefen Seufzern. Heidruns Mund war trocken und der Hals wie zugeschn\u00fcrt. <\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Gerade war sie aufgestanden mit den Worten \u201eIch kann das nicht\u201c und Mia konnte sie nur mit M\u00fche dazu bewegen, sich wieder zu setzen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWir haben doch so viel dar\u00fcber nachgedacht, es ist wirklich der einzige Ausweg,\u201c sagte Mia eindringlich.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eJa, ich wei\u00df,\u201c fl\u00fcsterte Heidrun, \u201eaber wie soll ich das aushalten?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIn ein paar Tagen ist es schon nicht mehr ganz so schlimm.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Heidrun seufzte wieder, fuhr sich mit der Hand durchs Haar und Mia schenkte noch etwas Tee nach.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor 13 Jahren war Heidrun zum ersten Mal nach S\u00e3o Filipe gekommen, zusammen mit ihrem Mann Luigi. Sie waren auf der Suche nach einem Neuanfang und schon nach ein paar Tagen wussten sie: dies war der richtige Ort. Klar, reich w\u00fcrden sie hier nicht werden, aber die Atmosph\u00e4re war genau die richtige, das sp\u00fcrten beide. Die Altstadt war wirklich sch\u00f6n, viele alte H\u00e4user waren ziemlich heruntergekommen, manche nur noch Ruinen, aber alles hatte einen unvergleichlichen Charme. Das hatten sie auf den anderen Inseln so nicht gefunden.<\/p>\n\n\n\n<p>Und dann entwickelte sich auch noch einer dieser gl\u00fccklichen Zuf\u00e4lle, die entstehen, wenn alles zusammen passen soll: Luigi, der sich mit Italienisch und portugiesischen Brocken ganz gut verst\u00e4ndigen konnte, rauchte mit einem \u00e4lteren Herrn eine Zigarette und dieser zeigte auf ein Geb\u00e4ude auf einer Anh\u00f6he, die er \u201eAlto S\u00e3o Pedro\u201c nannte. Sie trennte die Unter- von der Oberstadt, Bila Baixo von Bila Riba. Das Haus war ger\u00e4umig und in einem ziemlich guten Zustand, nach hinten hatte es einen Anbau mit zwei Wohnr\u00e4umen unten und zwei Abstellr\u00e4umen auf der Dachterrasse und sogar einen kleinen Garten \u2026 und es stand zum Verkauf. Damit hatten sie den perfekten Ort f\u00fcr ihren n\u00e4chsten Lebensabschnitt gefunden.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach der Unterzeichnung des Kaufvertrages rief Luigi die Reederei an: der Container k\u00f6nnte jetzt auf den Weg gebracht werden. Dann folgten die Umbauten: f\u00fcr den zuk\u00fcnftigen Gastraum musste eine Wand entfernt und in der K\u00fcche mussten neue Anschl\u00fcsse verlegt werden, eine zweite Toilette war notwendig und noch so einiges andere auch. Dann die Malerarbeiten und als letztes der Schriftzug auf der hohen Mauer, die die Terrasse abst\u00fctzte: <em>le bistro<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Heidrun nahm Kontakt mit zwei Agenturen auf: Wikinger Reisen und Studiosus Reisen. Beide hatten seit kurzem auch die Insel Fogo und speziell die Besteigung des Pico do Fogo im Programm, waren von dem neuen Restaurant angetan und buchten Fr\u00fchst\u00fccks- und Abendmahlzeiten f\u00fcr ihre Gruppen. Das war in der Anfangszeit die Haupteinnahmequelle des <em>le bistro<\/em>, Einzelreisende verirrten sich eher selten auf die Insel.<\/p>\n\n\n\n<p>Luigi klagte schon seit l\u00e4ngerer Zeit \u00fcber Schmerzen in den Beinen. Zun\u00e4chst nur, wenn er mit T\u00fcten beladen vom Einkaufen kam, sp\u00e4ter dann auch bei kleinen Wegen im Haus und schlie\u00dflich sogar im Sitzen und die Zehen begannen, sich bl\u00e4ulich zu verf\u00e4rben.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSind wohl Durchblutungsst\u00f6rungen wegen dem Alter\u201c spielte Luigi die Angelegenheit herunter. Aber Heidrun lag ihm damit in den Ohren, doch endlich zu einem Arzt zu gehen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDu bist noch nicht mal siebzig, das ist doch nicht normal, da musst du was machen \u2013 und au\u00dferdem solltest du sofort mit dem Rauchen aufh\u00f6ren.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Luigi rauchte schon sein Leben lang, das aufzugeben war entschieden zu viel verlangt. Aber das Hospital war in der N\u00e4he, ein Besuch beim Arzt war ok.<\/p>\n\n\n\n<p>Die \u00e4rztliche Diagnose war niederschmetternd: fortgeschrittene Arteriosklerose.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eBereiten Sie sich darauf vor, dass Zehen absterben und entfernt werden m\u00fcssen,\u201c sagte der Arzt und verschrieb eine Salbe mit Diclofenac gegen die Schmerzen und Aspirin um einem Infarkt vorzubeugen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eUnd das wichtigste: h\u00f6ren Sie sofort mit dem Rauchen auf. R\u00fcckg\u00e4ngig machen k\u00f6nnen Sie die Verkalkung nicht, aber beschleunigen schon, wenn Sie so weiter machen mit dem Rauchen. Sie w\u00e4ren nicht der erste, der mit amputierten Beinen im Rollstuhl landet.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Luigi h\u00f6rte nicht mit dem Rauchen auf und er landete im Rollstuhl. Das Hospital verf\u00fcgte \u00fcber eine chirurgische Abteilung, in der Luigi in den folgenden Jahren geradezu Stammgast wurde. Zun\u00e4chst wurden die nekrotischen Zehen entfernt, dann ein Unterschenkel und schlie\u00dflich auch der zweite.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu dieser Zeit brachte eine Katze im Garten des <em>le bistro<\/em> hinter einem Stapel Bretter vier Junge zur Welt. Heidrun hatte die Katze schon \u00f6fter dort bemerkt, wenn sie Kr\u00e4uter holte und ihr manchmal ein Sch\u00e4lchen Milch hingestellt. Beim letzten Mal balgten sich dort in der Sonne die jungen K\u00e4tzchen und Heidrun durchstr\u00f6mte bei ihrem Anblick seit langem mal wieder ein Gl\u00fccksgef\u00fchl.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Katzen wurden immer zutraulicher, kamen auch ins Vorderhaus und auf die Terrasse. Die meisten G\u00e4ste mochten die Katzen. Heidrun bat sie aber, die Katzen nicht zu f\u00fcttern, um sie nicht zum Betteln zu ermutigen. Luigi mochte die Katzen nicht, aber er war jetzt an den Rollstuhl gefesselt, konnte das Haus aus eigener Kraft nicht mehr verlassen und verbrachte seine letzten Tage weitgehend unbeachtet im Hintergrund.<\/p>\n\n\n\n<p>Luigi starb im folgenden Jahr. Auf seinen Wunsch hin fand die Begr\u00e4bniszeremonie nicht in S\u00e3o Filipe statt, sondern in der Kirche von S\u00e3o Louren\u00e7o, wo Heidrun auch seine Grabst\u00e4tte ausgew\u00e4hlt hatte. Die Gruppe der Trauernden, die seinem Sarg das letzte Geleit gaben, war ziemlich klein. Im <em>le bistro<\/em> bat Heidrun danach zum Leichenschmaus. Mittlerweile war die Gruppe der Katzen, die um die Beine der G\u00e4ste strichen auf sechs Tiere angewachsen.<\/p>\n\n\n\n<p>Heidrun hatte mit einem Fischer eine Verabredung getroffen, dass er ihr t\u00e4glich die Fische, die schlecht zu verkaufen waren, f\u00fcr kleines Geld vorbei brachte. Die stellte Renate am fr\u00fchen Nachmittag in einer Schale auf die Terrasse und das hatte sich nat\u00fcrlich unter den Katzen der Nachbarschaft herumgesprochen. Die Zahl der Katzen, die sich zum <em>le bistro<\/em> geh\u00f6rig f\u00fchlten, wuchs immer weiter an und viele G\u00e4ste waren jetzt irritiert. Es gab Beschwerden bei den Agenturen, die nicht lange fackelten, sondern andere Restaurants im Zentrum von S\u00e3o Filipe f\u00fcr ihre Gruppen buchten. Auch Einzelg\u00e4ste und Geburtstagsgesellschaften wurden immer weniger und blieben schlie\u00dflich ganz aus. Mittlerweile gab es gute Alternativen und die Ums\u00e4tze sanken auf Null. Heidrun besch\u00e4ftigte f\u00fcr die Buchhaltung einen <em>contabilista,<\/em> der eine Alarmmeldung nach der anderen schickte und dringend dazu riet, den drei f\u00fcr K\u00fcche und Reinigung angestellten Frauen zu k\u00fcndigen. Die erschienen noch immer p\u00fcnktlich jeden Tag zur Arbeit, hatten aber bis auf ein bisschen Fegen und Wischen nichts mehr zu tun.<\/p>\n\n\n\n<p>Heidrun sprach diese K\u00fcndigungen auch aus, aber dadurch entstand ein neues Problem: nach kapverdischem Recht steht einem gek\u00fcndigten Angestellten eine Abfindung in H\u00f6he eines Monatslohnes pro Besch\u00e4ftigungsjahr zu, die <em>indemniza<\/em><em>\u00e7\u00e3o<\/em>. Da alle drei Frauen seit Gr\u00fcndung des <em>le bistro<\/em> dort angestellt waren, war das ein erheblicher Betrag, der Heidruns R\u00fccklagen vollst\u00e4ndig aufzehrte und sie zwang, sich bei Mia und Rainer noch zus\u00e4tzlich Geld zu leihen. Und das war noch nicht alles.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu der Zeit, als das le bistro das angesehenste Restaurant der Stadt war, hatte sich Heidrun den Ruf einer erfolgreichen Gesch\u00e4ftsfrau erworben. Als solche wurde sie bei Lieferanten und Gesch\u00e4ften und sogar bei dem Wasserwerk Aguabrava und der Electra als voll kreditw\u00fcrdig angesehen. \u00dcberall hatten sich in der letzten Zeit erhebliche Aussenst\u00e4nde angeh\u00e4uft, da die Gl\u00e4ubiger eine solche Entwicklung nicht vorausgesehen hatten. Diese Gelder wurden nun mit Nachdruck eingefordert. Der Stromversorger Electra hatte das Haus bereits aufgrund der Schulden von der Versorgung abgetrennt und Heidrun sa\u00df nun am Abend ohne G\u00e4ste aber zusammen mit drei\u00dfig Katzen bei Kerzenschein auf ihrer Terrasse.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch der Versuch, einen Hypothekenkredit auf das Haus aufzunehmen, scheiterte, da Heidrun nicht nachweisen konnte, wie sie die monatlich f\u00e4lligen Raten bezahlen w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>Einziger Ausweg: das Haus so schnell wie m\u00f6glich verkaufen, alle Schulden begleichen und dann mit dem Rest ein bescheidenes Leben f\u00fchren. Aber wo sollte sie denn hin. Das <em>le bistro <\/em>war ihr Zuhause. In Deutschland hatte sie keine Kontakte mehr, die Beziehung zu ihrem Sohn hatte sie schon vor vielen Jahren in einem gro\u00dfen Streit abgebrochen. Und wer kauft ein Haus mit drei\u00dfig Katzen? Wahrscheinlich waren es auch schon mehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Rainer ging am Abend gerne auf einen \u201eAbsacker\u201c in eine kleine Kneipe in der N\u00e4he des Gem\u00fcsemarktes, die von Am\u00e9lia aus Guinee-Bissau zusammen mit ihrem Freund und ihrer Schwester gef\u00fchrt wurde. Die Kneipe war wirklich klein und die Ums\u00e4tze reichten eigentlich nicht aus, um drei Personen zu ern\u00e4hren. Am\u00e9lia hatte auch schon mehrfach gesagt, sie w\u00fcrde gerne etwas gr\u00f6\u00dferes machen mit einer richtigen K\u00fcche. Schwester Patr\u00edcia war eine wirklich gute K\u00f6chin, aber hier hatte sie einfach keine M\u00f6glichkeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch rede mal mit Am\u00e9lia, vielleicht ist da ja was m\u00f6glich,\u201c hatte Rainer zu Mia gesagt.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwei Tage sp\u00e4ter fand die Besichtigung statt. Heidrun, Rainer, Am\u00e9lia und deren Freund D&#8217;jo bahnten sich ihren Weg durch die Katzenmenge, deren Anzahl noch weiter angewachsen zu sein schien.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEs ist total toll,\u201c sagte Am\u00e9lia, als sie wieder auf der Strasse standen. \u201eAber ich kann es nicht bezahlen. Und wenn, dann m\u00fcssten die Katzen nat\u00fcrlich weg.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eVielleicht gibt es ja noch andere M\u00f6glichkeiten,\u201c meinte Rainer. Und an Am\u00e9lia gewandt: \u201eMal angenommen, du kaufst das Haus f\u00fcr so viel Geld, dass Heidrun ihre Schulden bezahlen kann, und dann gibst du ihr ein Wohnrecht f\u00fcr die R\u00e4ume oben auf der Terrasse \u2013 solange sie lebt und bezahlst ihr eine Art Rente. Dann habt ihr doch eigentlich beide, was ihr wollt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die beiden Frauen schauten sich an und dachten vermutlich das Gleiche: \u201aKlingt perfekt, aber kann das funktionieren &#8230; in der Praxis &#8230; \u00fcber Jahre &#8230; mit einer Frau, die ich nicht kenne\u2018<\/p>\n\n\n\n<p>Und jetzt sa\u00df Heidrun also bei Mia und Rainer am Esstisch und wartete, w\u00e4hrend sich im <em>le bistro<\/em> ein Drama abspielte.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor ein paar Tagen hatte Rainer den <em>veterin\u00e1rio<\/em> von S\u00e3o Filipe aufgesucht und mit ihm \u00fcber Heidruns Situation und ihre Katzen gesprochen. Mit 30 oder 40 Katzen war das Haus unverk\u00e4uflich und eigentlich auch unbewohnbar. Und wer sollte zuk\u00fcnftig die Futterkosten bezahlen?<\/p>\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst hatte der Veterin\u00e4r die Idee einer schmerzfreien T\u00f6tung weit von sich gewiesen, aber bei genauerer Betrachtung war auch ihm keine andere L\u00f6sung eingefallen. Die Katzen einzufangen und auf die andere Seite der Insel zu bringen, w\u00e4re zwar schwierig aber schon machbar, nur f\u00fcr viele w\u00fcrde das einen qualvollen Hungertod bedeuten. Au\u00dferdem gab es Berichte, dass es Katzen geschafft hatten, auch aus drei\u00dfig Kilometer Entfernung wieder nach Hause zu finden.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute war also der Tag, an dem Heidrun ihr Versprechen einl\u00f6sen w\u00fcrde, das sie bei der Unterzeichnung des Kaufvertrages gegeben hatte. D&#8217;jo hatte am Morgen ein paar Kilometer s\u00fcdlich der Stadt auf den Klippen bereits eine Grube ausgehoben. Dann war er ins <em>le bistro<\/em> zur\u00fcckgekehrt, wo er auf den Veterin\u00e4r und seinen Helfer traf, die in einem kleinen Raum im Hinterhaus bereits alles vorbereitet hatten. D&#8217;jo hatte drei Schalen mit Fisch in den Gastraum gestellt und dann die Terrassent\u00fcren ge\u00f6ffnet. Die Katzen, die am Vortag nichts zu fressen bekommen hatten, st\u00fcrzten sich mit wildem Gedr\u00e4nge auf das Futter. Als alle im Raum waren, schloss D&#8217;jo die T\u00fcren wieder.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem alle satt waren, lockte D&#8217;jo einzelne Katzen in den Raum, in dem der Veterin\u00e4r bereits wartete. D&#8217;jo war f\u00fcr die Katzen eine vertraute Person und sie folgten ihm ohne Misstrauen. Dort fixierte sie der Helfer mit einem Netz und der Veterin\u00e4r spritzte Natriumpentobarbital. Dies f\u00fchrte innerhalb von Sekunden zu einer tiefen Bewu\u00dftlosigkeit und dann zu Atem- und Herzstillstand. Nur zwei jungen Katern wurde dieses Schicksal erspart. Die sollte Heidrun nach ihrer R\u00fcckkehr ins <em>le bistro<\/em> erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eUnd kommt in den n\u00e4chsten Tagen mit den beiden bei mir vorbei, damit ich sie kastrieren kann,\u201c sagte der Veterin\u00e4r noch zu D&#8217;jo auf dem Weg zu seinem Wagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann rief D&#8217;jo einen <em>caixa aberta, <\/em>hob die S\u00e4cke mit den Kadavern auf die Ladefl\u00e4che und brachte sie zu der vorbereiteten Grube. Und Am\u00e9lia, die das Ganze mit versteinerter Mine verfolgt hatte, rief Rainer an.<\/p>\n\n\n\n<p>Am sp\u00e4ten Nachmittag brachten Mia und Rainer Heidrun zur\u00fcck ins <em>le bistro. <\/em>Mit unsicheren Schritten ging sie die Treppe zur Terrasse hoch.<\/p>\n\n\n\n<p>Keine Begr\u00fc\u00dfung, kein Maunzen, nur Leere und Stille. Heidrun lie\u00df sich schwer auf eine Bank fallen. Einer der Kater kam um die Ecke und sprang auf ihren Scho\u00df. Geistesabwesend blickte Heidrun Richtung Meer und strich \u00fcber seinen Kopf.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit. Sie ist d\u00fcster und traurig, aber trotzdem soll sie erz\u00e4hlt werden. Die Personennamen sind frei erfunden. Heidrun zeichnete mit einem Finger das Muster der Tischdecke nach. 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