Winter in der Chã das Caldeiras

neveSão Filipe, 16.12.2016 – Eigentlich sind die Kapverden ja für ihr trockenes tropisches Klima bekannt – und dann so etwas: gestern erwachten die Bewohner der Chã mit Schnee vor der Tür, der einen faszinierenden Kontrast zu der schwarzen Lavalandschaft bildete.

In den Monaten Dezember, Januar und Februar werden hin und wieder in den Nächten Minusgrade registriert und Raureif am frühen Morgen ist nicht unbekannt. Er wird von den Einwohnern auch als Schnee bezeichnet, aber diesmal war es echter, der als Flocken vom Himmel gefallen war.

Die Chã mit 1700-1800 Metern über NN ist der höchstgelegene bewohnte Ort der Kapverden. Wegen seinen klimatischen Besonderheiten und der fruchtbaren Lavaerde wird hier intensiv Obst angebaut und die Weinproduktion ist legendär. Aus diesem Grund halten die Bewohner so sehr an diesem Ort fest, auch wenn der Vulkan ausbricht und die Lava durchs Wohnzimmer fließt.

Ein weiterer Grund ist der Vulkantourismus. Viele Familien verdienen ihren Lebensunterhalt durch Wanderführungen, Übernachtungs- und Verpflegungsangebote und Souvenirverkauf. So ist trotz offizieller Verbote und mangels attraktiver Alternativen wieder eine Infrastruktur entstanden, die sich an den praktischen Bedürfnissen der Menschen orientiert.

 

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3 Kommentare zu Winter in der Chã das Caldeiras

  1. Acerolo sagt:

    Hallo Günther, die Menschen auf CaboVerde sind schlichtweg sehr arm, ausgenommen sog. Rückkehrer und Europäer die sich dort niedergelassen haben. Es geht ums tgl. Brot. Das macht uns Menschen sehr widerstandsfähig. Gleichzeitig nutzt diese Umstände der kommerzielle Tourismus. Die Cha ist seit 10 Jahren fest in der Hand eines dt. Reiseveranstalters mit „Nachhaltigverlogenheitssiegel“. Die Menschen sind abhängig, wer sich nicht fügt … Dennoch sind die Kapverden (mit Ausnahme der Insel Sal, = Ballermann auf einem reinen Wüstenteller auf Westafrikanisch) eine Reise wert.

    • Angela Küster sagt:

      Lieber Acerola!
      Welcher Deutsche Reiseveranstalter ist gemeint. Ich kenne mehrere die Reisen nach Cha im Programm haben. Was kritisierst Du an der Nachhaltigkeit.?
      Liebe Grüsse Angela aus Berlin.

  2. Guenter kern sagt:

    Lieber Mike,
    wenn ich auch noch nie auf den KapVerden war, seit meinen Reisen auf die Kanaren, hat’s mir das “ vulkanische “ angetan, und durch den Ausbruch auf Fogo, bin ich auf deine Seite gestoßen, verfolge seitdem die Entwicklung und bin durch “ Neues von Fogo “ immerhin über die Eckpunkte unterrichtet. Danke dafür !
    Ich hab diese Lavaberge, die sich über die Caldera ergossen und sprichwörtlich wie du berichtest, durch’s Wohnzimmer schoben, auf youtube …fassungslos… mit angesehen , und merke beim schreiben, dass die Bilder noch immer ganz lebendig sind…( Tagelang vom warmen Schreibtischsessel aus …)… . Um so phantastischer, das erste Grün in der Caldera, und jetzt, Schnee … !
    Was müssen das für grandiose Menschen sein, die unter solch extremen Bedingungen wieder angefangen haben und weiter machen …? … All my Respekt !
    ( … wenn man sich vor Augen hält, worüber man sich z.B. hier in D. so alles aufregt, jammert und zetert …?! )
    Euch frohe Festtage und ein glückliches Neues Jahr ( und vielleicht ist es möglich irgendwann noch ein paar aktuelle Photos auf der Seite zu sehen …? …)
    Liebe Grüße, Günter

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