Regierung ruft den Katastrophenfall aus

Verdorrter Mais

Gestern hat die kapverdische Regierung den Katastrophenfall für 18 der 22 Landkreise ausgerufen. Anlass ist die starke Beeinträchtigung der Landwirtschaft durch die Dürre, die die Kapverden nunmehr seit 4 Jahren fest im Griff hat. Die Hoffnung der Bauern auf eine gute Saison nach den Regenfällen im letzten Sommer haben sich mangels weiterer Niederschläge zerschlagen. Ausgenommen sind lediglich die Landkreise Sal, Boavista, São Vicente und Mosteiros auf der Insel Fogo. Die drei ersteren, weil dort keine nennenswerte Landwirtschaft betrieben wird. Und im Kreis Mosteiros kann wegen der besonderen geograhischen Bedingungen auch bei ausbleibenden Niederschlägen noch Landwirtschaft betrieben werden.

Als wesentliche Auswirkungen nennt die Regierung die Verlangsamung des Wirtschaftswachstums mit gravierenden Auswirkungen auf die soziale Stabilität des Landes, Preisauftrieb bei Lebensmitteln, Zunahme von Arbeitslosigkeit und Engpässe bei der Lebensmittelversorgung. Als Folge verschlechtert sich die Gesundheitslage der Bevölkerung, immer mehr Kinder bleiben der Schule fern und viele Familien fliehen in die Städte, wo sie häufig in den Slums an der Peripherie unterkommen und auch der Verelendung preisgegeben sind.

Zusätzlich verstärkend wirkt die Covid-19-Pandemie, die den Wirtschaftszweig „Tourismus“ zeitweise vollständig zum Erliegen gebracht hat und so ebenfalls zur Verarmung von weiten Teilen der Bevölkerung beigeträgt.

Die Feststellung des Katastrophenfalls ermöglicht die kurzfristige Bereitstellung von zusätzlichen Mitteln, um die schlimmsten Auswirkungen auf die Bevölkerung etwas abzumildern.

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